Das Science Center des Technoramas Winterthur muss ab nächstem Jahr mit 100 000 Franken weniger auskommen. Der Bund hat seinen jährlichen Beitrag gekürzt. Verpackt war die Nachricht in einer Positivbotschaft: «Der Bund unterstützt zukünftig 13 Museen mit Betriebsbeiträgen», war der Titel. Hintergrund ist ein Systemwechsel beim Bundesamt für Kultur (BAK). Bisher entschieden Bundesrat und Parlament, welche Institutionen Zuschüsse bekamen. Sieben Häuser profitierten davon, darunter das Technorama, das 700 000 Franken aus der Bundeskasse erhielt. Um gleich lange Spiesse für alle Museen zu schaffen, stellte das Bundesamt eine öffentliche Ausschreibung samt Expertenjury zusammen. 35 Museen bewarben sich, 13 wurden ausgewählt. Sie erhalten ab nächstem Jahr insgesamt 5,9 Millionen Franken.

Auch das Verkehrshaus verliert

Für die Neuzugänge, wie das Aargauer Kunsthaus, das Musée de l’Elysée in Lausanne oder das Vitromusée in Romont ist das eine erfreuliche Nachricht. Für die bisher unterstützten Institute bringt der Systemwechsel Einbussen. Ob Verkehrshaus Luzern, Freilichtmuseum Ballenberg oder Alpines Museum: Überall sinken die Betriebsbeiträge. So auch beim Technorama in Winterthur. Statt 700 000 zahlt der Bund nur noch 600 000 Franken. Bei einem Budget von zuletzt 10,2 Millionen Franken macht das einen Einschnitt von etwa einem Prozent aus.
«Das klingt nach wenig, ist aber für uns eine echte Herausforderung», sagt Technorama-Direktor Thorsten Künnemann. «Das Geld müssen wir entweder sparen oder anderswo zusätzlich einnehmen. Eventuell werden wir auf Investitionen verzichten oder sie herauszögern müssen.»

An einem Ort will der Chef nicht sparen: «Beim Personal. Das ist das letzte Mittel.»
Künnemann hält den Entscheid für ein «falsches Signal an Museen wie das Verkehrshaus oder das Technorama, die sich um die Förderung der Naturwissenschaften bemühen». In den letzten Jahren habe das Technorama viel investiert und sei für Schulklassen und Besucher heute attraktiver denn je. Die Einnahmen aus Eintritten, aber auch aus dem Sponsoring hätten gesteigert werden können. Der Anteil der öffentlichen Gelder sank dagegen kontinuierlich. Betrug er 2013 noch 28 Prozent, lag er letztes Jahr nur noch bei 24 Prozent. «Wir hätten ihn gerne bei 26 Prozent gehalten und haben uns in den vergangenen Jahren mehrfach um eine höhere Unterstützung bemüht», sagt Künnemann.