Eine Vorlage für die weitere Zukunft der Anlage liegt aber noch nicht vor.

Im November 2013 sagte das Winterthurer Stimmvolk Ja zu einer Überbrückungsfinanzierung für die Fleischvergärungsanlage. Diese Finanzierung bestand darin, dass Stadtwerk Winterthur bis Ende Juni 2014 einen so genannten "ökologischen Mehrwert" für das Biogas aus der Vergärungsanlage bezahlt, also einen deutlich höheren Preis.

Bis Juni 2014, so damals die Abstimmungszeitung, sei der Betrieb stabilisiert und Biorender nicht mehr auf Überbrückungszahlungen angewiesen. Dem ist allerdings nicht so, wie mittlerweile bekannt ist. Die Liquiditätslage der Firma ist immer noch sehr angespannt - und nun fällt auch noch der "ökologische Mehrwert" weg.

Zeitplan deutlich überschritten

Wie der Stadtrat in einer am Montag veröffentlichten Antwort auf eine dringliche Interpellation von FDP, SVP, GLP, EVP, CVP und SP schreibt, habe man die Bewilligung einer so genannten Notausgabe geprüft, aber verworfen.

Diese Notausgabe hätte dazu geführt, dass Stadtwerk an Biorender weiterhin einen höheren Gaspreis bezahlt hätte - obwohl die Stimmbürger dies nur bis Ende Juni genehmigten. Von dieser Notfall-Massnahme sieht der Stadtrat aber ab, wie er schreibt.

Allerdings fehlt bis heute ein Beschluss für die Zeit nach der Überbrückungsfinanzierung. Der Zeitplan, wie er in der Abstimmungszeitung angekündigt wurde, sei unbestreitbar deutlich überschritten worden, was er sehr bedauere, schreibt der Stadtrat.

Verhandlungen noch nicht abgeschlossen

Man verhandle immer noch mit einem potenziellen Investor aus der Entsorgungsbranche. Eine abschliessende Verhandlungsrunde ist für die erste Julihälfte angesetzt. Mit dem definitiven Abschluss sei "in den nächsten Wochen" zu rechnen.

Noch vor den Sommerferien will der Stadtrat dem Grossen Gemeinderat eine Weisung vorlegen, wie es mitBiorender weitergehen soll.