Zürich

Der Ärztestopp groundet das Unispital-Projekt am Circle nicht

Neun Etagen wird das Universitätsspital Zürich am Circle am Flughafen Zürich mieten.

Neun Etagen wird das Universitätsspital Zürich am Circle am Flughafen Zürich mieten.

Das Universitätsspital Zürich benötigt 135 Ärztinnen und Ärzte für seinen geplanten Standort am Flughafen Zürich.

Seit vergangenem Freitag gilt im Kanton Zürich eine Beschränkung für die Zulassung von Ärztinnen und Ärzten. Ein möglicher Ärztestopp war seit geraumer Zeit ein Thema, Zürich war einer von nur vier Kantonen, die einen solchen noch nicht eingeführt hatten.

Der Stopp hat zur Folge, dass Ärzte, die nicht mindestens drei Jahre an einer vom Kanton anerkannten schweizerischen Weiterbildungsstätte waren und noch keine Zulassung für Zürich haben, ihre Dienstleistungen nicht über die Krankenkasse abrechnen dürfen.

Der Stopp soll vor allem Neueröffnungen von Praxen ausländischer Fachärzte einen Riegel vorschieben.

Im Zürcher Unterland ist aber vor allem eine Institution darauf angewiesen, demnächst genügend neues Personal zur Verfügung zu haben: Der Ableger des Universitätsspitals Zürich im Dienstleistungszentrum Circle am Flughafen Zürich. Dort sollen ab nächstem Jahr 380 Mitarbeitende tätig sein, rund 135 davon Ärztinnen und Ärzte. Sie sollen rund 1000 Patienten täglich behandeln und betreuen.

Das Unispital gibt sich gelassen

Die Verantwortlichen beim Universitätsspital gehen nicht davon aus, dass der Ärztestopp auf das Projekt Auswirkungen zeitigen wird: «Die Eröffnung des Universitätsspitals am Flughafen wird wie geplant erfolgen», schreibt Mediensprecherin Barbara Beccaro auf Anfrage. Dem Ärztestopp entgeht das Spital nämlich gleich aus mehreren Gründen. Erstens zielt die Zulassungsbeschränkung ganz bewusst nicht auf Spitäler ab, sie sind – wie Mediziner von ambulanten Polikliniken – von der Beschränkung ausgenommen. Zweitens ist es ein klassisches Ausbildungszentrum.

«Das Universitätsspital Zürich ist das grösste Weiterbildungsspital der östlichen Schweiz und verfügt mit wenigen Ausnahmen, wie zum Beispiel in der Kinderheilkunde, über die Weiterbildungsermächtigung für alle Fachgebiete», so Beccaro. Und bei einer dreijährigen Ausbildung an einer solchen anerkannten Weiterbildungsstätte ist eine Zulassung weiterhin möglich.

Das Universitätsspital Zürich hat für den Standort am Circle grosse Pläne. Es mietet rund 11000 Quadratmeter, einen Teil davon wird es untervermieten, einen Teil an die auf den Bewegungsapparat spezialisierte Klinik Balgrist, einen anderen an das Kinderspital Zürich.

Konkret plant das Unispital, in Zukunft rund die Hälfte aller seiner ambulanten Behandlungen am Flughafen abzuwickeln. Neun Etagen stehen dafür zur Verfügung. Insgesamt sind nicht weniger als 30 Kliniken vorgesehen. Im fünften Geschoss des Gebäudes wird dabei die 24 Stunden zugängliche Notfallstation untergebracht sein. Die Spitalverantwortlichen rechnen damit, dass dort durchschnittlich rund 460 Patienten pro Tag behandelt werden. Auf derselben Ebene werden auch Labore eingerichtet.

Keine Pflegestation für stationäre Patienten

Ebenfalls viel Platz räumt das Unispital der Dermatologie ein. Auf der achten Etage angesiedelt, wird diese Abteilung nach der Notfallstation wohl am meisten Patienten zählen, gemäss den bestehenden Planungen dürften es täglich rund 320 sein. Weiter wird das Unispital am Circle eine Tagesklinik mit Operationsräumen betreiben sowie eine Forschungsabteilung. Zudem wird es eine Abteilung für die Endoskopie sowie für die Radiologie geben. Auch eine Dialysestation wird eingerichtet. Nicht vorgesehen ist allerdings eine Pflegestation für stationäre Patienten.

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