Wem gehört Zürich?
Demonstration in Zürich für mehr Freiräume und bezahlbare Wohnungen

Tausende haben am Samstag in Zürich friedlich für mehr Freiräume und bezahlbare Wohnungen demonstriert. Hinter der Kundgebung «Wem gehört Zürich?» standen 30 Gruppierungen von linken Parteien über Mieter-Organisationen bis zur Hausbesetzerszene.

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Wem gehört Zürich?

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Mit Transparenten, Musik und Ballonen versammelten sich die Demonstranten auf der Rathausbrücke. Auf den Transparenten stand «Freiräume, aber subito», «Kein Abriss auf Vorrat» und «Labitzke bleibt». Um 14.30 Uhr marschierten die gemäss Organisatoren rund 3000 Demonstranten in Richtung Uraniastrasse los.

Die bewilligte Kundgebung führte nach verschiedenen Zwischenhalten zum Brupbacherplatz im Stadtkreis 3, wo die Schlusskundgebung inklusive Konzert geplant war.

Zur Kundgebung aufgerufen hatten linke Parteien, Wohn- und Hausgenossenschaften, soziale und Migranten-Organisationen, Mieterverbände, Quartiervereine, Künstler, Kleingewerbler und Hausbesetzer.

Wem gehört Zürich?

In Kurzansprachen äusserten sich verschiedene Redner und Rednerinnen zum Thema «Wem gehört Zürich?». Zürich sei attraktiv geworden, hiess es. Senioren und Familien, Arbeiter und Migranten, Kleingewerbe sowie alternative Strukturen würden auf der Strecke bleiben. Günstiger Wohn- und Lebensraum sei zum kostbaren Luxusgut geworden. Zürich gehöre aber allen, sagte die Soziologin Vesna Tomse.

Die Demonstranten forderten unter anderem bezahlbare Wohnungen sowie bezahlbaren Raum für Gewerbe und Kultur, Freiräume und Selbstverwaltung. Weiter wehrten sie sich gegen eine Verdrängung aus Zürich.

Grund für den Zeitpunkt der Demo sind gemäss Sprecherin Vesna Tomse mehrere Projekte und Zwischennutzungen, die demnächst auslaufen oder vor der Räumung stehen - so etwa das Labitzke-Areal in Altstetten. Die Immobiliengesellschaft Mobimo will die ehemalige Farbenfabrik im nächsten Jahr abreissen und auf dem Areal Wohnungen bauen.