Ein Bündnis aus linken Parteien, Organisationen und Gewerkschaften protestiert heute Mittwoch im Rahmen das kantonalen Aktionstags gegen die Sparpläne der Regierung. Bereits um 7.30 Uhr bauten sich rund 50 AktivistInnen und Schüler des Studierendennetzwerks "Schluss mit Kürzen" im Eingangsbereich der Zürcher Bildungsdirektion auf, um gegen "die massiven Kürzungen bei den Sonderschulen und die Schliessung der Lehrwerkstätten der Möbelschreiner in Zürich und der Schneiderinnen in Winterthur" zu protestieren. Die kurze Demo stand unter dem Titel "über Stocker und Steiner gegen Sozialabbau".

Mit Musik, Gesang und Plakaten demonstrieren die Aktivisten gegen die Sparmassnahmen

Am späten Vormittag fand ein weiterer Protest im Lichthof der Universität Zürich statt, wie die Aktivisten auf Facebook mitteilten. Damit wollen sie auf die Kürzungen an Uni und Hochschulen aufmerksam machen. Um 11 Uhr setzte sich die Demonstration auf dem Manifesta-Floss fort, welches von Aktivisten besetzt wird. Hier protestieren sie gegen die Sparmassnahmen im Asylwesen. "Wir fordern echte Solidarität mit allen Geflüchteten und das Ende der spaltenden Hetze gegen Asylsuchende!", hielten sie auf Facebook fest.

Selbstgestalteter Unterricht an Kantonsschule

Auch an der Kantonsschule Nord formierte sich Widerstand gegen die Sparpläne: Eine Gruppe von Schüler und Schülerinnen hat einen selbstgestalteten Unterricht zum Thema Sparprogramme organisiert. Gerade die Bildung sei stark von diesen Massnahmen betroffen, schreiben die Aktivisten in einer weiteren Medienmitteilung vom Mittwochmittag. "Der selbstgestaltete Unterricht ist unsere Antwort auf diese Entwicklung." Bildung müsse Raum geben für Interessen - gerade durch die Sparpolitik könne der Lehrplan allerdings immer weniger auf die individuellen Interessen der einzelnen Schüler eingehen, was eine nachhaltige Verschlechterung der Unterrichtsqualität zur Folge habe.

Am Nachmittag setzten die Aktivisten ihren Protestzug vor dem Sitz Schreinermeisterverband (SVZ) in Zürich Oerlikon fort. Weil das kantonale Sparprogramm vorsieht, die Unterstützungsbeiträge der Lehrwerkstätte für Möbelschreiner in Zürich (LWZ) zu streichen, hat der SVZ dem Chef der Ausbildungsstätte geraten, sie zu privatisieren. "Das ist für uns nicht tolerierbar", schreiben die Gegner der Sparmassnahmen. Als private Firma wäre es der LWZ nicht mehr möglich, ihre Lehrlinge in den verschiedenen Feldern des Schreinerberufes auszubilden.

Mit diesen Videos rufen die Aktivisten zur gemeinsamen Demonstration am Bürkliplatz auf: 

Tweet: Lied zum kantonalen Aktionstag

Tweet: Kantonaler Aktionstag #AbbauStoppen

Kritik an Steuererleichterung für die Reichen

Mehrere hundert Demonstranten haben am Mittwochabend auf dem Bürkliplatz und anschliessend auf einer Route durch die Innenstadt gegen die Sparpläne der Zürcher Regierung protestiert. Die Demo war der Abschluss eines ganzen Aktionstages.

Schüler, Kindergärtnerinnen, Gewerkschafter, alle mit demselben Ziel: Die Sparpläne der Regierung aufzuhalten. Seit Jahren werde immer weiter abgebaut, sagte Katharina Prelicz-Huber, Präsidentin der Gewerkschaft vpod, in ihrer Ansprache.

"Das lassen wir uns nicht weiter bieten." Abgebaut werde immer mit derselben Begründung. Das Budget sei im Defizit, heisse es jeweils. "Und fast immer endet die Rechnung dann im Plus."

Das ganze Sparprogramm wäre ihrer Meinung ohnehin nicht notwendig, wenn in den vergangenen Jahren die Steuererleichterungen zugunsten der Reichen nicht gemacht worden wären.

Nach mehreren Ansprachen zogen die Demonstranten mit Fahnen und lauter Musik über das Stadthausquai bis zur Bahnhofstrasse und wieder zurück zum Bürkliplatz. Der Umzug war polizeilich bewilligt.

Bereits am Montag demonstrierten rund ein Dutzend Aktivisten vor dem Ratshaus. Sie wollten auf die Streichung der Lehrwerkstätten in Zürich und Winterthur aufmerksam machen. (sme/sda)