Kurz vor 20.30 Uhr formierten sich in Zusammenhang mit dem Frauentag rund 100 bis 200 Personen zu einem unbewilligten Umzug. Sie marschierten via Kasernenstrasse, Lagerstrasse in Richtung Langstrasse und versprayten diverse Hausfassaden, Wände, Fenster und Türen. Dabei richteten sie einen Sachschaden von mehreren tausend Franken an, wie die Stadtpolizei Zürich am Donnerstag mitteilte.

Da Polizisten mit Böllern und Petarden angegriffen wurden, bot die Polizei Verstärkung auf. Schliesslich konnten die Demonstrantinnen an der Lagerstrasse kurz vor der Langstrassenunterführung gestoppt werden.

Während den Personenkontrollen sei auf Social-Media-Kanälen zu "Solidaritätsaktionen" mit den angehaltenen Demonstranten aufgerufen worden, heisst es weiter. Mehrere kleinere Gruppen versuchten daraufhin zur Lagerstrasse zu kommen und bedrängten und attackierten dabei die Polizisten. Diese setzten Reizstoff und Gummischrot ein.

Die Polizei kontrollierte in diesem Zusammenhang drei Männer und nahm einen 28-jährigen Schweizer vorübergehend fest.

"Massiv angegriffen worden"

Hinter der Demonstration steckt offenbar das Frauenbündnis Zürich, das von rund 350 Teilnehmerinnen spricht. Der Aufmarsch der Frauen im Gebiet Europaallee habe auf die Aufwertung des Quartiers aufmerksam machen sollen, von der viele Frauen, vor allem Sexarbeiterinnen, betroffen seien, schrieb das Bündnis in einer Mitteilung in der Nacht auf Donnerstag.

Das Bündnis übt Kritik am Polizeieinsatz: Die Kundgebung sei über drei Stunden lang eingekesselt und massiv mit Gummischrot und Pfefferspray angegriffen worden. "Frauen, die ihre Kinder stillen mussten, wurde das Weggehen verwehrt."