Diebstahl
Dem 90-jährigen Nachbarn Schmuck und Geld gestohlen: Bezirksgericht Zürich verurteilt Ehepaar

Das Bezirksgericht Zürich hat einen 32-jährigen Niederländer und seine 30-jährige polnische Gattin wegen Diebstahls verurteilt. Das Ehepaar hatte sich über längere Zeit um seinen fast 90-jährigen Nachbarn gekümmert, ihn aber während eines Spitalaufenthalts um mehrere 1000 Euro erleichtert.

Merken
Drucken
Teilen
Das Bezirksgericht Zürich verurteilte das junge Ehepaar zu einer bedingten Freiheitsstrafe von je 24 Monaten. (Archiv)

Das Bezirksgericht Zürich verurteilte das junge Ehepaar zu einer bedingten Freiheitsstrafe von je 24 Monaten. (Archiv)

Keystone

Während rund anderthalb Jahren kümmerte sich das junge Ehepaar um seinen gebrechlichen, fast 90-jährigen Nachbarn. Der kürzlich Verstorbene war auf die Pflege angewiesen und genoss die Gesellschaft des 32-Jährigen und seiner Frau, wie die "NZZ" berichtet.

Als sich der Witwer Mitte Oktober 2015 einem chirurgischen Eingriff unterziehen musste, übergab er dem Ehepaar seine Hausschlüssel, damit sie ihm während des einwöchigen Spitalaufenthalts Kleider oder andere Gegenstände bringen könnten.

Spitalaufenthalt ausgenutzt

Die Nachbarn nutzten die Zeit allerdings zu ihrem Vorteil und stahlen 22 Umschläge mit insgesamt rund 220'000 Euro, 3600 Euro Bargeld, eine Münzsammlung sowie Schmuck im Wert von 7000 Franken aus der Wohnung. Zudem nahmen sie den gelegentlich etwas verwirrten Rentner ohne sein Wissen mit dem Smartphone auf, wie er möglicherweise bestätigte, dass es sich beim Geld und dem Schmuck um ein Geschenk für die geleistete und noch zu leistende Pflegearbeit handle, so die "NZZ" weiter.

Nach der Rückkehr aus dem Spital bemerkte der Mann das Fehlen der Wertsachen und zeigte das Ehepaar an. Das Bezirksgericht Zürich verurteilte nun den Niederländer und seine polnische Frau wegen Diebstahls und des unbefugten Aufnehmens von Gesprächen zu einer bedingt erlassenen Freiheitsstrafe von je 24 Monaten bei einer Probezeit von zwei Jahren.