Gesundheit

Das Zürcher Lighthouse zieht um und baut aus

In diesem Gebäudetail an der Ecke Hohl- und Eglistrasse soll ab 2023 das Zürcher Lighthouse betrieben werden.

In diesem Gebäudetail an der Ecke Hohl- und Eglistrasse soll ab 2023 das Zürcher Lighthouse betrieben werden.

Das Zürcher Lighthouse zieht nach 30 Jahren um, vom Kreis 7 in den Kreis 4. Zusammen mit einer gemeinnützigen Stiftung realisiert es ein Zentrum für unheilbar kranke Menschen. Ausserdem ist eine Tagesklinik für ambulante Behandlung geplant.

Seit 30 Jahren befindet sich das Zürcher Lighthouse an der Carmenstrasse im Kreis 7. Gestern informierte die Stiftung über ihre Zukunftspläne: Voraussichtlich 2023 wird das Kompetenzzentrum für palliative Pflege in einen Neubau im Kreis 4 umziehen. Dieser wird von der à Porta-Stiftung realisiert, die damit die bestehenden Wohnhäuser aus den 1930er-Jahren ersetzen will.

«Die à Porta-Stiftung vertritt dieselben Werte wie wir. Wir freuen uns sehr über diese Partnerschaft», sagte Hans-Peter Portmann, Präsident der Stiftung Zürcher Lighthouse und FDP-Nationalrat, gestern vor den Medien. Die seit 30 Jahren genutzte Liegenschaft sei in die Jahre gekommen. Um die notwendigen Sanierungsarbeiten vorzunehmen, hätte man den Betrieb für rund zwei Jahre stillegen und dann wieder bei Null anfangen müssen.

Mehr Platz und Komfort

Der Neubau bringt dem Lighthouse zahlreiche Verbesserungen: Statt wie bisher 20 Plätze sind 42 geplant. Während es im jetzigen Gebäude gemeinschaftliche Duschen und Toiletten gibt, werden am neuen Standort alle Einzelzimmer über eigene Bäder verfügen. Auch das Angebot wird erweitert, beispielsweise mit einem Tageszentrum für die ambulante Behandlung oder mit Angeboten für die palliative Pflege zu Hause.

Als das Lighthouse vor 30 Jahren eröffnet wurde, war das Angebot im Bereich Palliativpflege bescheiden. Mittlerweile gibt es zahlreiche Anbieter, gleichzeitig steigt die Nachfrage nach einer palliativen Betreuung in den eigenen vier Wänden. Das «Pallivita Bethanien» stellte aus diesen Gründen den Betrieb per Ende Oktober ein. Was, wenn das Lighthouse seine 42 Betten gar nicht auslasten kann? «Wir haben solche Überlegungen in unserem Konzept berücksichtigt», sagte Martin Lütolf, Verwaltungsratspräsident der Zürcher Lighthouse AG. So gibt es beispielsweise die Möglichkeit, einzelne Stockwerke unterzuvermieten. Oder die Räumlichkeiten könnten anders genutzt werden, etwa um den Bereich der palliativen Pflege zu Hause auszubauen.

Palliative Pflege zu Hause sei zudem auch eine Kostenfrage, sagte Portmann. Nicht alle könnten sich dies leisten. Im Lighthouse hingegen sei es so, dass derjenige Teil der Kosten, die ein Patient oder dessen Versicherungen nicht decken könnten, mit Spendengeldern bezahlt würden.

Schwierige Biografien

Entscheidend sind aber nicht nur finanzielle Voraussetzungen, sondern auch soziale. In der 30-jährigen Geschichte des Lighthouse wurden immer wieder Patientinnen und Patienten aufgenommen, die nicht nur eine unheilbare Krankheit, sondern auch ein schwieriges Leben hatten. «Es kommt vor, dass jemand sagt ‹jetzt sterbe ich zwar, aber in den letzten vier Wochen meines Lebens hat sich endlich einmal jemand richtig um mich gekümmert’›», sagte Horst Ubrich, Geschäftsleiter des Lighthouse.

Neben einem eigenen Gebäudeteil für das Lighthouse plant die à Porta-Stiftung auch knapp 150 Wohnungen als Ersatzbau für die bestehenden Wohnhäuser. Insgesamt sollen dort zukünftig mehr Menschen wohnen können als in den heute bestehenden Wohnungen.
Die à Porta-Stiftung besitzt in der Stadt Zürich weit über 1000 Wohnungen und vermietet diese – gemäss eigenen Angaben – günstiger als vergleichbare Wohnungen. Ein Teil der Einnahmen spendet die Stiftung jeweils an gemeinnützige Organisationen. In diesem Jahr sind es gemäss Angaben der Stiftung 1,4 Millionen Franken. Die Stiftung wurde von Stephan à Porta (1868-1947) gegründet. Er war ein erfolgreicher Bauunternehmer und übertrug seine 143 Liegenschaften wenige Monate vor seinem Tod an die Stiftung.

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