Zürich
Das wird teuer: SBB müssen Brücke für Durchmesserlinie in Zürich nachbessern

Die beiden neuen Eisenbahnbrücken beim Bahnhof Zürich, die nächstes Jahr eröffnet werden sollen, sind zu wenig stark. Es entstehen massive Mehrkosten.

Petar Marjanovic, watson.ch
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Die Letzigrabenbrücke mit Blick Richtung Zürich Altstetten

Die Letzigrabenbrücke mit Blick Richtung Zürich Altstetten

SBB

Sie ist gut 1,6 Kilometer lang und auf ihr werden die Züge dereinst mit gut 120 Stundenkilometern das Gleisfeld vor dem Zürcher Hauptbahnhof überqueren: Die Letzigrabenbrücke.

Zusammen mit der neuen Kohlendreieckbrücke kostet ihr Bau 300 Millionen Franken. Bei ihrer Eröffnung im Dezember 2015 wird sie die längste Eisenbahnbrücke der Schweiz sein.

Beim Bau haben sich die Brückenbauer aber offenbar verrechnet. Wie Recherchen von watson zeigen, wäre der ursprünglich geplante Schotteruntergrund der Geleise zu schwer gewesen für die Brückenpfeiler.

«Es stimmt, bei einer regelmässigen Kontrolle an der Letzigrabenbrücke wurden Schwachstellen festgestellt», sagt SBB-Mediensprecherin Lea Meyer. Die Mängel seien nicht auf die geologischen Beschaffenheiten des Untergrundes zurückzuführen. Die Gesamtstabilität der Brücke sei jedoch «im Bauzustand unkritisch».

Die Letzigrabenbrücke führt vom Bahnhof Zürich Altstetten zur Kohlendreieckbrücke.

Die Letzigrabenbrücke führt vom Bahnhof Zürich Altstetten zur Kohlendreieckbrücke.

SBB

Korrekturen bringen höhere Kosten

Die Brückenpfeiler werden nun gemäss SBB bis zur Fertigstellung verstärkt. Zudem sollen neu auf der Letzigrabenbrücke sowie auf der Kohlendreieckbrücke die Gleise fest eingebaut werden, statt wie geplant auf einem Schotteruntergrund. Diese sogenannte feste Fahrbahn ist im Vergleich zum Schotter leichter, aber teurer.

Zugleich ist bei fest verbauten Geleisen die Lebensdauer höher bei gleichzeitig kostenintensiverer Wartung. Gemäss Meyer ist die Lösung mit dem Bundesamt für Verkehr abgesprochen.

Klar ist deshalb heute schon, dass dies zu massiven Mehrkosten führen wird. Wie hoch diese sein werden, sei Frage laufender Abklärungen mit Versicherungen, sagt Meyer. «Für Mängel haften grundsätzlich die von der SBB beauftragten Unternehmen», ergänzt sie. Aus heutiger Sicht könne das Eröffnungsdatum Dezember 2015 eingehalten werden.