Umweltbericht 2017
Das Wachstum fordert die Stadt Zürich heraus

Die Stadt Zürich hat in den vergangenen Jahren im Umweltbereich einige Fortschritte erzielt, wie der am Montag erschienene Umweltbericht 2017 zeigt. Dennoch liegen die Umweltbelastungen häufig über den gesetzlichen Vorgaben - und mit dem Bevölkerungswachstum werden auch die Herausforderungen grösser.

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Blick auf Zürich. (Archiv)

Blick auf Zürich. (Archiv)

Keystone/ALESSANDRO DELLA BELLA

Das Positive vorweg: "Die Stadt hat bereits zahlreiche Massnahmen zur Verbesserung der Umweltqualität und zur Reduktion des Ressourcenverbrauchs umgesetzt oder in die Wege geleitet", heisst es im alle zwei Jahre erscheinenden Umweltbericht.

So hat unter anderem der Verbrauch fossiler Energien für Heizen und Warmwasser in den vergangenen 25 Jahren um mehr als 20 Prozent abgenommen.

Zudem verfügen ein Drittel der 2016 von der Stadtverwaltung beschafften Personenwagen über einen emissionsarmen Antrieb. Und in vier städtischen Alterszentren konnten die Lebensmittelabfälle dank einer "Food Waste"-Kampagne im vergangenen Jahr um mehr als 20 Prozent reduziert werden.

Der Lärm auf den Strassen

Als eine der grössten Herausforderungen gilt aber nach wie vor der Strassenverkehrslärm, wie Stadträtin Claudia Nielsen (SP) im Vorwort festhält. "Rund 140'000 Zürcherinnen und Zürcher sind betroffen." Ein Drittel der Wohnbevölkerung lebt gemäss Umweltbericht in Liegenschaften, bei denen die Lärmgrenzwerte überschritten werden.

Mit der Zunahme der Wohnbevölkerung steigt auch die Zahl der lärmbelasteten Personen. Und dies wird durch die raumplanerisch sinnvolle Verdichtung an zentralen Lagen und entlang der vom öffentlichen Verkehr gut erschlossenen Hauptachsen verstärkt.

Die effektivste und kostengünstigste Methode, um den Lärm zu verringern sind gemäss Nielsen Temporeduktionen. "Diese stossen aber auch auf Widerstand - hier muss Zürich pragmatische Lösungen finden."

Der Umweltbericht zeigt weiter, dass die Luftbelastung grundsätzlich tendenziell abnimmt. "Die Grenzwerte - etwa beim Ozon - werden aber nach wie vor teils massiv überschritten." Auch die Stickoxidbelastung habe im letzten Jahrzehnt nur noch geringfügig und damit deutlich weniger als erwartet abgenommen.

Unzufrieden in sieben von zehn Bereichen

Laut dem Umweltbericht ist lediglich in den drei Bereichen Gewässerqualität, Abfallverwertung und Entsorgung sowie Luftqualität die Belastung derzeit oder in absehbarer Zeit gering.

In weiteren vier Bereichen gilt die Belastung heute zwar noch als tragbar, doch ist mit einer negativen Entwicklung zu rechnen: Dies betrifft das Stadtklima (Wärmebelastung in der Nacht), die Biodiversität, den Frei- und Erholungsraum sowie die Lichtemissionen.

In den Bereichen Ressourcennutzung global, Klimawandel global und Lärmbelastung gilt die Belastung heute als zu hoch - und sie dürfte es auch bleiben.

Es werde nicht einfach sein, die Umweltqualität zu halten oder gar zu verbessern, heisst es in einer Medienmitteilung vom Montag. Der Handlungsdruck werde unter anderem durch das Bevölkerungswachstum, die zunehmenden Pendlerströme und den Klimawandel erhöht.