Dem 62-jährigen Erb wird vorgeworfen, er habe jahrelang die Bilanzen der Erb-Gruppe frisiert, um so an weitere Bankkredite zu kommen. Zudem habe er sein Vermögen, darunter Schloss Eugensberg im Thurgau, seinen Zwillingssöhnen geschenkt, um es den Gläubigern zu entziehen.

Der Sohn des verstorbenen Firmenpatrons Hugo Erb war deshalb wegen Betrugs, Urkundenfälschung und Gläubigerschädigung angeklagt. Erb bestritt sämtliche Vorwürfe und schob die Schuld seinem Vater zu, der bis zu seinem Tod im Frühling 2003 alle Fäden in der Hand gehabt habe.

Das Winterthurer Bezirksgericht sprach Rolf Erb im März 2012 schuldig und verurteilte ihn zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von acht Jahren. Sowohl Erb als auch die Staatsanwaltschaft zogen den Fall ans Obergericht weiter. Die Anklage forderte Ende September 2013 eine unbedingte Freiheitsstrafe von zehn Jahren.

Die Erb-Gruppe brach im Sommer 2003 zusammen. Der Konkurs des Winterthurer Familienunternehmens ist nach dem Grounding der SAir Group die zweitgrösste Pleite der Schweizer Wirtschaftsgeschichte.

Die Gläubiger des bankrotten Konzerns fordern insgesamt 6,5 Mrd. Franken. Wobei darin auch die Forderungen enthalten sind, die sich die Holdings der ehemaligen Erb-Gruppe gegenseitig schulden.