Zürich
Das Überbringen schlechter Nachrichten will gelernt sein

Am Spitalbett schlechte Nachrichten zu überbringen, ist eine Aufgabe, die viel Einfühlungsvermögen und Fingerspitzengefühl voraussetzt. Angehende Ärztinnen, Ärzte und Pflegefachleute üben dies in Zürich seit Neuestem gemeinsam.

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Arztvisite (Symbolbild)

Arztvisite (Symbolbild)

Keystone

Wie teilt man einer 47-jährigen Patientin mit, dass sie nur noch wenige Tage zu leben hat? Die Universität Zürich und die Höhere Fachschule (HF) Careum haben ein Ausbildungsmodul entwickelt, das den Studierenden erlaubt zu üben, wie sie solch schwierige Aufgaben bewältigen können.

Zentral dabei ist das Miteinander von Medizin- und Pflegestudierenden, wie die Uni am Freitag mitteilte. Zu zweit treten sie ans Krankenbett. Zuvor besprechen sie den Fall unter sich, machen ab, wer beginnt, wer was sagt und dergleichen.

Nach dem Gespräch, das je nach Reaktion der Patientin oder des Patienten unterschiedlich verläuft, besprechen sie den ganzen Ablauf nochmals unter sich. Beobachtet werden sie während der ganzen Übung von Lehrpersonen beider Fachrichtungen, die am Ende auch ein Feedback abgeben.

Künftig noch mehr gemeinsam lernen

Alle Beteiligten beurteilten laut Mitteilung das Ausbildungsmodul sehr positiv. Das interprofessionelle Lernangebot fördere das gegenseitige Verständnis und die Wertschätzung. Zudem erlaube es, die Prinzipien einer effektiven Zusammenarbeit zu lernen. Solch gemeinsames Lernen solle in Zukunft noch weiter ausgebaut werden.

Das Ausbildungsmodul «Interprogfessionelle Kommunikationsprozesse - schwierige Gesprächssituationen mit Patientinnen und Patienten» wurde 2011 als Pilotprojekt durchgeführt, wie die Uni mitteilte. Acht Studierende der HF-Careum und zehn Medizinstudierende nahmen in fünf interprofessionellen Gruppen teil.

Schauspieler mimen Patienten

Jeder Gruppe war ein Patient oder eine Patientin - dargestellt von Schauspielern - zugeteilt. Nach einem ersten Gespräch mussten die Gruppen die «Patienten» wechseln. So sahen sie sich ganz unterschiedlichen Reaktionen gegenüber. Das Modul wird laut Communiqué das nächste Mal 2013 durchgeführt.