Stadtrat Zürich
Das Tagesticket für Prostituierte soll abgeschafft werden

Der Zürcher Stadtrat will die Regeln für das Sexgewerbe etwas lockern: Prostituierte sollen demnach nicht mehr eine Tagesgebühr von fünf Franken für die Nutzung des öffentlichen Grundes bezahlen müssen. Zudem sollen Kleinstsalons bis zu einer Grösse von zwei Räumen nicht mehr bewilligungspflichtig sein.

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Prostituirte auf dem Strassenstrich am Sihlquai. (Archiv)

Prostituirte auf dem Strassenstrich am Sihlquai. (Archiv)

Keystone

Mit der beantragten Änderung der Prostitutionsgewerbeverordnung (PGVO) will der Stadtrat unter anderem die Tagesgebühr für die Strassenprostitution abschaffen. Bislang müssen Prostituierte jeweils an einem Automaten für fünf Franken ein Ticket beziehen, um ihrer Arbeit auf öffentlichem Grund nachgehen zu dürfen.

Zudem sollen auch Kleinstsalons mit zwei Räumen von der Bewilligungspflicht befreit werden. Aktuell müssen nur für die kleinsten Sex-Salons - mit bloss einem Raum und maximal zwei Prostituierten - keine polizeilichen Bewilligungen eingeholt werden.

Das Baurecht ist von dieser Änderung nicht betroffen, wie der Stadtrat am Mittwoch mitteilte. Nach wie vor benötigen Salonbetriebe eine Baubewilligung. In einer Wohnzone, in welcher der Wohnanteil bei mindestens 50 Prozent liegt, wird eine solche Bewilligung derzeit nicht erteilt.

Der Stadtrat reagiert mit diesen Anpassungen auf zwei politische Vorstösse und auf eine Grundsatzdebatte zur Prostitution vom vergangenen August. Die beiden Änderungen müssen noch vom Gemeinderat bewilligt werden und treten frühestens im ersten Halbjahr 2017 in Kraft.