Der Gründer und Chorleiter der Zürcher Sängerknaben (ZSK), Alphons von Aarburg, bestätigte am Mittwoch einen Bericht des "Tages-Anzeigers" ("TA") über den Entscheid des Opernhauses. Von Aarburg sieht das Ganze jedoch gelassen: "Wir haben genug zu tun", sagte er zur Nachrichtenagentur sda.

Die ZSK-Sänger müssen trotz der Opernhaus-Absage diese Saison nicht auf die "Zauberflöte" verzichten: Bereits liege ein Engagement aus einem anderen Ort vor, so von Aarburg. Von wo, verriet er allerdings nicht. Dazu kämen eine ganze Reihe anderer Engagements und Konzerte. In der ersten Schulferienwoche etwa - vom 12. bis 19. Juli - geben die Buben fünf Konzerte in Graubünden, wie die Webseite des Chors meldet.

Schlussendlich schade sich das Opernhaus nur selbst, ist von Aarburg überzeugt. Nicht zuletzt in finanzieller Hinsicht. Laut von Aarburg muss das Opernhaus "das Fünf- bis Sechsfache" für die Sänger des Tölzer Knabenchors hinblättern.

Das Opernhaus sehe das Engagement des Tölzer Knabenchores für die Neuproduktion von „Die Zauberflöte“ nicht als „Bruch“ mit den Zürcher Sängerknaben, heisst es in einer Medienmitteilung. Es handle sich hier um ein Engagement für nur eine Produktion. Bei anderen Produktionen werde das Opernhaus weiterhin den Kontakt zu den Zürcher Sängerknaben suchen. 

Die Premiere von „Die Zauberflöte“ 2014 sei keineswegs die erste ohne die Zürcher Sängerknaben. Die Solisten des Tölzer Knabenchores seien bereits in der letzten Premiere im Jahr 2007 von der damaligen Intendanz für die Rollen der drei Knaben besetzt worden. 

Gerne hätte man bei der kommenden „Zauberflöte“ mit einem Zürcher Chor zusammengearbeitet. Aus diesem Grunde habe das Opernhaus die Zürcher Sängerknaben zuerst kontaktiert und zu einem Vorsingen eingeladen. Für dieses Vorsingen sei keineswegs die Präsentation der gesamten Partie erwartet worden, sondern vorher gemeinsam verabredet worden, dass nur ein kleiner Teil der Rolle vorgetragen werden sollte. Eine Gruppe von drei Jungen habe diese Partie gut vorgetragen, eine zweite Gruppe habe den Gesang in der Mitte des Vortrags abgebrochen. Darauf habe das Opernhaus einen weiteren Termin für ein Vorsingen vorgeschlagen, um den Jungen noch etwas Zeit zur Vorbereitung zu geben. Leider sei dieser zweite Termin für ein Vorsingen dann von den Zürcher Sängerknaben abgesagt worden. Erst danach habe man die Tölzer Sängerknaben angefragt.

Für die kommende Neuproduktion der Kinderoper „Robin Hood“ habe das Opernhaus Zürich erneut der Kontakt mit den Zürcher Sängerknaben aufgenommen. Diese Anfrage sei von Seiten der Zürcher Sängerknaben abgelehnt worden.

Der Chor der Zürcher Sängerknaben ist eine feste Institution der Zürcher Kulturszene. Er wurde 1960 gegründet. Mehr als 100 Buben gehören dazu. Tourneen führten den Chor schon in alle Welt, bis nach China, Russland und die USA, wie von Aarburg sagte. (sda)