Der erweiterte Obergerichtsbau wurde 2012 eröffnet.

Am Anfang war ein Kloster: Franziskanermönche gründeten es im 13. Jahrhundert am Rand der damaligen Stadt Zürich. Es entstand eine Anlage mit Klosterkirche, Konventsgebäude, Zwischengebäude, Kapitelsaal, Kreuzgang, Sakristei und Küchenanbau .

300 Jahre später kam die Reformation und mit ihr das Ende des Klosters. Die gesamte Kirchen-Ausstattung wurde entfernt. Die Anlage diente nun als Sitz für das Obmannamt, eine neu geschaffene städtische Stelle zur Verwaltung der ehemaligen Klostergüter. Die Kirche wurde zu einem riesigen Kornspeicher umgebaut.

Wieder 300 Jahre später, im 19. Jahrhundert, wurde dieses Amt aufgehoben. Die Regierung versteigerte die Kornschütte - den Zuschlag erhielt für 17'000 Gulden die "Provisorische Theater-Commission".

Sie baute die Kirche zum Theater um: Im früheren Kirchenschiff entstanden Zuschauerraum und Bühne, im Chor und in den Seitenschiffen waren Garderobe und Requisitendepots untergebracht. Eröffnet wurde das "Aktientheater" am 11. November 1834 mit Mozarts "Zauberflöte".
Feuer vernichtet einstige Kirche

Das Aus kam in der Neujahrsnacht 1890: Während einer Vorstellung brach ein Feuer aus, das Theater brannte nieder. Personen kamen dabei aber nicht zu Schaden. Jahrzehntelang blieb ein leerer Platz, wo früher die Kirche stand, bis die Staatskellerei 1936 dort ein Lagergebäude errichtete.

Im Konventsgebäude, wo auch nach der Reformation die Mönche weiterhin wohnten, war zuerst die Schreibstube des Obmannamts einquartiert. Später dienten die Räumlichkeiten der eidgenössischen Kanzlei, dann dem Zürcher Regierung und schliesslich zog dort das Obergericht des Kantons Zürich ein.

Grabungen im Zusammenhang mit dem Neu- und Erweiterungsbau brachten bedeutende Funde zu Tage. Auf diese, sowie auf eine Fülle von Dokumenten und Bildern stützte sich Buchautorin Gabi Meier Mohamed. (sda)