Wenn ab 2019 das 2-er-Tram nicht mehr beim Zürcher Farbhof wendet, sondern bis in die Schlieremer Geissweid weiterfährt, brauchen die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) zwei zusätzliche Tram-Kompositionen dafür. Auch die Verlängerung des 8-er-Trams über die Hardbrücke benötigt zusätzliche Kapazitäten und weil die "Tram 2000"-Kompositionen langsma ihr Lebensende erreichen, beschaffen die VBZ rund 70 neue Trams. 

Im Mai 2016 gaben der Zürcher Stadtrat Andres Türler (FDP) und Guido Schoch, Direktor der Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ), bekannt, dass das kanadische Unternehmen den Zuschlag für den Grossauftrag erhält, um den in den letzten Jahren hart gerungen wurde. 70 neue Tramzüge darf Bombardier nun in den nächsten Jahren nach Zürich liefern. Produziert werden sie laut Schoch voraussichtlich in Wien. Kostenpunkt: 358 Millionen Franken, die über den Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) zulasten des Kantons Zürich gehen. Der Auftrag umfasst auch eine Option auf 70 weitere Trams. Im Preis inbegriffen sind Ersatzteile, Verbrauchsmaterialien, spezielle Werkstattausrüstung sowie Personalschulungen.

Das «Flexity Zürich»: Ein Tram der neusten Generation

Das «Flexity Zürich»: Ein Tram der neusten Generation

Das erste Exemplar soll nun Ende 2019 ausgeliefert werden. Benutzen werden die Fahrgäste die neuen Trams vom Typ "Flexity" aber erst 2020, berichtet der "Tages Anzeiger". So erklärt Bombardier gegenüber der Tageszeitung: "Der Moment, an dem das erste Fahrzeug unsere Produktion verlässt, ist nicht gleichzusetzen mit der Inbetriebnahme im Sinne des Passagierbetriebs." So müssen zuerst noch weitere Test und Abnahmen durchgeführt werden, sagt VBZ-Mediensprecher Andreas Uhl auf Anfrage. Die Fahrzeuge gehen erst nach allen Abnahmen, Schulungen des Personals etc. in Betrieb. 

Den Fahrzeugmangel respektive die Lücke werde man versuchen möglichst kundenfreundlich zu überbrücken. Wie diese Notmassnahmen aber aussehen werden, ist in der Ausarbeitung, sagt Uhl weiter. 

Doch was bedeutet dies für die Tramverlängerung nach Schlieren? Im Februar dieses Jahres sagte Thomas Riesen von der VBZ noch auf Anfrage, dass man sich für den Fall einer weiteren Verzögerung verschiedene Optionen offenhalte, wie mit dem Fahrzeugmangel umgegangen werde. Dies könne eine Reduktion oder komplette Einstellung von Extrafahrten, die Ausweitung der Arbeitszeiten im Unterhaltsdienst, das Mieten von Trams anderer Betreiber oder – notfalls – die partielle Einstellung von Tramlinien sein, so Riesen. «Wir werden aber alles daransetzen, dass die wichtige Verlängerung der Linie 2 in jedem Fall wie geplant gefahren werden kann.»