Kreativwirtschaft

Das Milliardengeschäft wächst weiter

Zürcher Kreativszene setzte 24 Milliarden Franken um: Dreharbeiten zum Dokumentarfilm «Hosenlupf» mit Beat Schlatter (Juli 2010). Foto: ZVG

Zürcher Kreativszene setzte 24 Milliarden Franken um: Dreharbeiten zum Dokumentarfilm «Hosenlupf» mit Beat Schlatter (Juli 2010). Foto: ZVG

Die Branche gewinnt in Stadt und Kanton Zürich stetig an Bedeutung - die Wertschöpfung betrug 2008 über 5 Milliarden Franken.

Die Schweizer Kreativwirtschaft findet in Stadt und Kanton Zürich einen guten Nährboden. Kein Wunder, gedeiht die Branche prächtig, ist nicht nur in Sachen Erfindungsreichtum der Gesamtwirtschaft eine Nasenlänge voraus. Dies zeigt die jüngste Studie der Zürcher Hochschule für Künste.

Im Auftrag der Wirtschaftsförderung der Stadt Zürich und der kantonalen Standortförderung hat die Hochschule Zahlen und Fakten rund um die Kultur- und Kreativwirtschaft zusammengetragen, und zwar für die Jahre 2005 bis 2008.

Zur Kreativbranche zählen ausschliesslich privatwirtschaftliche Betriebe aus den Bereichen Design, Architektur, Werbung, Film, Musik, Literatur, Kunst sowie Events. Auch Think-Tanks zählen dazu. Diese Creative Industry oder Kulturwirtschaft, wie die Kreativbranche auch genannt wird, hat 2008 im Kanton Zürich eine Bruttowertschöpfung von 5,6Milliarden Franken erwirtschaftet, davon entfallen alleine 3,3Milliarden auf die Kantonshauptstadt. Zur Einordnung: Die Kreativwirtschaft trägt somit knapp 6Prozent zum kantonalen Bruttoinlandprodukt (BIP) bei.

Die Regierungen von Stadt und Kanton Zürich haben die Bedeutung dieser Branche bereits vor einiger Zeit erkannt und wollen sie fördern. Der Stadtrat hat sie gar zu einem politischen Schwerpunkt seiner laufenden Legislatur bestimmt. Und beide betonen das Potenzial, das genutzt werden müsse.

Tatsächlich wuchs die Branche der Kreativen in der untersuchten Periode stärker als die Gesamtwirtschaft: bei den Beschäftigten um 13Prozent, bei den Betrieben um 4Prozent. In der Gesamtwirtschaft betrug das Wachstum im gleichen Zeitraum 9Prozent bei den Beschäftigten und 3Prozent bei den Betrieben. Als Humus gilt der Wissensstandort Zürich. Kein Wunder, sind die Zahlen in der Stadt Zürich noch deutlicher: Die Zahl der Beschäftigten hat um 18Prozent zugenommen, jene der Betriebe um 7Prozent, gegenüber 9 respektive 5Prozent bei allen übrigen Wirtschaftsbranchen.

Zürich ist gar zum wichtigsten nationalen Branchenstandort geworden, ein Viertel der Gesamtleistung in der Schweiz wird hier erbracht. Doch auch international halten sich einzelne Sektoren gut. So ist der Kunstmarkt Zürich hinter NewYork und London in einer Spitzenposition.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1