Zürich
Das lange Warten auf ein kurzes Spektakel: 250 Zuschauer haben die Landung der Air Force One beobachtet

250 Zuschauer beobachteten am Dienstagmorgen die Landung der Air Force One. Einzig ein Besucher – er trägt eine Hose in Tarnfarben und hat ein «Make America Great Again»-Banner wie einen Umhang um die Schultern gehängt – wird angehalten und muss seine Tasche zurücklassen.

Astrit Abazi
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Warten in der Kälte: Der Andrang auf der Zuschauerterrasse war gross.

Warten in der Kälte: Der Andrang auf der Zuschauerterrasse war gross.

Paco Carrascosa

In den frühen Morgenstunden schlängelt sich eine Reihe ungeduldiger Personen durch die Passage zur Zuschauerterrasse des Flughafens. Rund 250 Neugierige sind gekommen, um die Ankunft der amerikanischen Präsidentenmaschine, der Air Force One, zu beobachten. So gross war der Ansturm, dass man noch in der grossen Halle anstehen muss.

«Wann geht’s hier eigentlich weiter?», ruft jemand nach vorne. Wie auf Abruf drängen sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Flughafens durch die Menge, um den Eingang zur Terrasse und die Sicherheitskon­trolle pünktlich um 7 Uhr zu öffnen. Trotz der erwartungsgemäss grossen Schar handelt es sich hier um Routine. Eintrittskarten werden verkauft, Besucherinnen und Besucher kontrolliert. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Ausrüstung der Spotter: Kameras, Objektive und Stative werden aufs Genaueste überprüft.

Einzig ein Besucher – er trägt eine Hose in Tarnfarben und hat ein «Make America Great Again»-Banner wie einen Umhang um die Schultern gehängt – wird angehalten und muss seine Tasche zurücklassen. Sein Begleiter wird von der Flughafenpolizei zur Seite genommen und befragt. Beide Männer dürfen aber doch noch auf die Terrasse zu den anderen Beobachtern, die nun über eine Stunde in der Kälte verweilen.

Die Faszination gilt dem symbolträchtigen Flugzeug, nicht seinem famosen Passagier.

Die Faszination gilt dem symbolträchtigen Flugzeug, nicht seinem famosen Passagier.

Paco Carrascosa

Es geht um das Flugzeug, nicht um den Präsidenten

Nachdem die Stative aufgestellt, die Objektive aufgesetzt und die Kameraeinstellungen angepasst worden sind, bleibt Zeit für die Vorfreude – und um zu spekulieren. Die Faszination gilt dem symbolträchtigen Flugzeug, nicht seinem famosen Passagier. «Für den Typen stehe ich doch nicht so früh auf», meint ein Aviatik-Fan, der mit seinem Sohn angereist ist. Ein Besucher behauptet, mittels Flugradar genau zu wissen, wo sich die Maschine befindet.

Offiziell ist lediglich bekannt, dass die Air Force One zwischen 8 und 10 Uhr eintreffen wird. Mit dabei sind drei Frachtflugzeuge und ein Täuschziel, ein exaktes Imitat der Präsidentenmaschine, welches verschleiern soll, in welchem der Flugzeuge das amerikanische Staatsoberhaupt sitzt. Trotz des Sicherheitsaufgebots ist auf der Zuschauerterrasse kaum zu spüren, dass es sich um eine Ausnahmesituation handelt.

Kurz vor 8 Uhr macht sich Spannung unter den Zuschauern bemerkbar. Es ist heller geworden, und Nebel ist über die Landebahn gezogen. Die Positionslichter sind als Erstes zu erspähen. Nur die Getriebe und das Klicken der Kameras sind zu hören. Als die Maschine um die Terrasse zieht, rennen ihr einige Spotter hinterher, um sich neu zu positionieren. Eine Viertelstunde später, als die zweite Maschine landet, wiederholt sich das Ganze.

Und dann ist die Show wieder vorbei. Von Kloten aus starten sieben Helikopter nach Davos. Von der Zuschauerterrasse ist Donald Trump zu keinem Zeitpunkt zu sehen.