Stadtpolizei Zürich
Das Kandidaten-Karussell beginnt sich zu drehen

Mit der gestrigen Meldung über die Frühpensionierung des Stadtzürcher Polizeikommandanten Philipp Hotzenköcherle beginnt sich das Kandidaten-Karussell um seine Nachfolge zu drehen.

Michael Rüegg
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Mögliche Nachfolger für Zürcher Polizeikommandant
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B. Oppligerstapo zh
Jürg Zingg. ho
U. Zoelly kapo zh
Gerhard Lips

Mögliche Nachfolger für Zürcher Polizeikommandant

AZ

Von offiziellen Bewerbungen war am Tag der Bekanntgabe noch nichts zu vernehmen. Der Stadtrat wird die Stelle ausschreiben, möglich sind sowohl interne als auch externe Kandidaten.

Als idealer Kandidat für Hotzenköcherles Nachfolge wird oft Gerhard Lips genannt. Der Zürcher ist seit Herbst 2009 Kommandant der Kantonspolizei Basel-Stadt. Davor war er seit 1990 bei der Stadtpolizei Zürich, wo er vom Verkehrsjuristen zum stellvertretenden Kommandanten und Chef der Region Ost mit 500 Mitarbeitern aufstieg. Ob Lips allerdings nach nur drei Jahren in Basel bereits an einen Wechsel zurück in sein altes Korps denkt, ist fraglich. Ein Punkt könnte jedoch die Stellung der Kriminalpolizei im Kanton Basel-Stadt sein.

Das «Filetstück» der Polizeiarbeit ist dort nicht Teil der Kantonspolizei, sondern der Staatsanwaltschaft. Zudem hätte Lips mit den 2100 Mitarbeitern der Zürcher Stadtpolizei ein wesentlich grösseres Polizeikorps unter sich als derzeit in Basel.

Regionen-Chefs stechen hervor

Unter den genannten internen Kandidaten stechen die beiden Regionen-Chefs hervor. Beat Oppliger stiess 2003 zur Stadtpolizei, wo er erst Chef der Verkehrspolizei, dann der Abteilung Brennpunkt war, die sich mit Sicherheitsfragen in den Quartieren befasst. Per 1. September 2009 trat er Lips' Nachfolge an, als dieser nach Basel-Stadt wechselte.

Der andere, Jürg Zingg, Chef der Region West, ist gleichzeitig der heutige 2. Stellvertreter von Hotzenköcherle, eine Funktion, die auch er von Lips übernommen hatte. Zingg begann seine Laufbahn bei der Stadtpolizei 1998 als Chef der Wirtschaftspolizei. Danach war er mit der Leitung des Rechtsdienstes sowie einer Reorganisation betraut. Auch er war zwischendurch, wie Oppliger, Chef der Abteilung Brennpunkt.

Kandidaten auch bei der Kapo

Ein möglicher externer Kandidat ist Ueli Zoelly, seit 2006 Chef Verkehrspolizei bei der Zürcher Kantonspolizei. Davor war er oberster Kriminalpolizist im Kanton Schaffhausen. 1997 trat Zoelly nach dem Erwerb des Rechtsanwaltspatentes in die Stadtpolizei ein, wo er erst das Verkehrskommissariat 2 leitete, danach war er Ressortleiter bei der Dienstabteilung Verkehr der Stadt Zürich. 2003 ging Zoelly nach Schaffhausen, wo er allerdings bloss drei Jahre verweilte. Nach sechs Jahren in seiner heutigen Position bei der Kapo-Führung könnte ein Wechsel für Zoelly interessant sein. Obwohl er heute ein externer Kandidat ist, bringt er dennoch ein grosses Wissen über die Stadtpolizei mit.

Wie der Zürcher Polizeivorsteher Daniel Leupi gestern auf „Tele Züri" sagte, komme für die Aufgabe auch eine Frau in Frage. Die einzige unter den derzeit genannten Kandidaten ist Christiane Lentjes Meili. Die promovierte Juristin ist Chefin der Kriminalpolizei des Kantons Zürich und war davor stellvertretende Generalsekretärin der Zürcher Direktion der Justiz und des Innern. Davor war sie als Bezirksanwältin mit Strafverfolgungsaufgaben betraut. In ihrer Rolle als Kripo-Chefin konnte sie sich bereits in der Öffentlichkeit profilieren. Als Strafrechtlerin mit Führungserfahrung wäre Lentjes Meili für den Kommandantenposten grundsätzlich geeignet. Allerdings ist sie erst seit zwei Jahren bei der Polizei, es fehlt ihr also etwas an «Stallgeruch».

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