Andrew Bond weiss, wie er bei Kindern gut ankommt: Sein neustes Kinderbuch «Flieg Ringo, flieg» und die gleichnamige CD präsentierte er gestern im Pinguinhaus des Zürcher Zoos. Was viele nicht wissen: Aus dem Kinderliedermacher ist inzwischen ein Unternehmer mit 17 Angestellten geworden.

«Ich bin da reingerutscht», sagt Bond. Ursprünglich gelernter Pfarrer, war er zunächst als Jugendarbeiter und Lehrer tätig. Seine erste CD entstand vor 15 Jahren aus Liedern, die er für seinen Sohn und seine Tochter gemacht hatte. Aus dem Hobby wurde ein vielseitiger Beruf: «Kindergeschichten erzählen und Lieder singen ist mein Alltag», sagt Bond. Daneben baute er den Grossengaden Verlag und das Kinderkulturzentrum Kikuri in seinem Wohnort Wädenswil auf. Ausserdem übernahm Bond letztes Jahr die Leitung des Gastspieltheaters MärliMusicalTheater. Er sei Animator, Spinner und Zehnkämpfer sagt der 47-Jährige lachend über sich. Und: «Ich stehe für musikalischen Breitensport ein.»

Mit Erfolg: Über 500 000 CDs und andere Tonträger hat Bond inzwischen verkauft. Seine Konzerte sind landauf, landab häufig ausverkauft - so auch die Premiere seines neusten Programms nächsten Sonntag im Volkshaus Zürich. Und sein neues Buch «Flieg Ringo, flieg», das Bond mit dem Zeichner Raoul Schweizer machte, verteilt der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) an alle Zürcher Kindergärten. «Ich hatte bereits ein ähnliches Ausflugs-Buch zum Atzmännig gemacht. So wurde der ZVV auf mich aufmerksam», erklärt Bond, wie es zu dem Auftragswerk kam.

«Ich wollte immer ausbrechen»

Die grosse Breitenwirkung sei für ihn auch Verpflichtung: «Wörter wie ‹mega› oder ‹huere› findest Du bei mir nicht.» Seine Lieder klingen sauber - und sollen ehrlich sein, «mit Haut und Haar das Leben packen», wie der Liedermacher sagt. Dabei blende er auch seinen Hintergrund als gelernter Pfarrer nicht aus. «Ich bin nicht extrem religiös, aber auch nicht ungläubig», sagt Bond. Wenn er vom Frühling erzähle, komme er auch auf Ostern zu sprechen. Und Witziges komme bei ihm ebenso zur Sprache wie der Tod. Seine Lieblingstiere sind übrigens Vögel. «Ich wollte immer gern ausbrechen und sass in der Schule am Fenster», sagt Bond. Demnächst breche er aus seinem heutigen Alltag aus, um mit seiner Frau eine Langstreckenwanderung durch Irland zu unternehmen.

Hier geht es zum Beitrag von Tele Züri.