Limmattal

Das Gateway und seine Gegner: Die Geschichte eines hartnäckigen Widerstands

2008: Protestcontainer des Komitees «Gateway: so nicht!». sul

2008: Protestcontainer des Komitees «Gateway: so nicht!». sul

Die Standortgemeinden Dietikon und Spreitenbach stellten sich gegen das geplante Umschlagsterminal für kombinierten Güterverkehr (Gateway), noch bevor sich Zürich und Aargau entschieden, dieses beim Rangierbahnhof Limmattal zu realisieren.

Mit den Plänen wurden auch die Proteststrukturen konkreter: An vorderster Front kämpft seit 2005 das von der FDP Dietikon initiierte Komitee «Gateway: so nicht!» gegen das Vorhaben, die Zürcher Planungsgruppe Limmattal folgte. Bald sahen sich die übermächtigen SBB mit einem hartnäckigen Gegner-Konglomerat, bestehend aus Standort- und Anrainergemeinden, regionaler Standortförderung und Politikern aller Couleur, konfrontiert. Ihre Argumente blieben im Lauf der Jahre trotz änderndem Planungsstand im Grunde konstant: Mehr Lastwagenverkehr und Lärmemissionen seien für das infrastrukturell bereits stark belastete Limmattal inakzeptabel, die Siedlungsentwicklung der Gemeinden werde durch das Projekt beeinträchtig und: Ein Gateway im Limmattal brauche es gar nicht, könne anstelle doch etwa das Rekinger Terminal benutzt werden.

Doch alles Trotzen nützte vorerst nichts: Im Februar 2007 wurde das Gateway mit 91 zu 55 Stimmen im Zürcher Richtplan verankert. Auch eine Beschwerde, die eine Allianz aus acht Limmattaler Gemeinden darauf einlegte, lehnte das Bundesgericht 2008 ab. Kleine Teilsiege konnten zwar immer wieder verbucht werden: so etwa der Entscheid des Zürcher Kantonsrats, dass nur 20 Prozent der ankommenden Container auf der Strasse weitertransportiert werden dürfen, die restlichen 80 zwingend auf Schienen. Oder das Eingeständnis der SBB, das Terminal zu 90 Prozent auf dem Gebiet des bestehenden Rangierbahnhofs Limmattal zu bauen, was der Stadt Dietikon mehr Spielraum für die Gebietsentwicklung des Niderfelds liess. Doch am Grundsatzentscheid, dass das Gateway Limmattal komme, hielten die SBB so hartnäckig fest, wie die Gegner an ihrem Widerstand.

Als sich im Frühling 2013 die Verlade-Industrie – also die Kunden der SBB Cargo – gegen das Terminal aussprach, witterten die Gegner Morgenluft: Der lokale Widerstand versprach in einen nationalen umzuschwingen, und das mit gewichtigen Verbündeten. Verstärkt wurde die Hoffnung, als die Terminalkonferenz im Dezember zutage trug, dass die Realisierung des Grossterminals Basel-Nord Priorität geniessen soll. Nun hat sich der lange Atem der Limmattaler Gegner schliesslich ausbezahlt: Der stete Tropfen hat den Stein gehöhlt.

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