ZSC Lions
Das Eisstadion liegt nicht mehr lange auf Eis

Die Stadt Zürich und die ZSC Lions glauben an ihre Stadionpläne – der Kanton macht noch Vorbehalte.

Oliver Graf
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Das Eisstadion der ZSC Lions soll beim Bahnhof Altstetten entstehen.

Das Eisstadion der ZSC Lions soll beim Bahnhof Altstetten entstehen.

Stadt Zürich

In unmittelbarer Nähe des Bahnhofs Altstetten wollen die ZSC Lions ihr neues Zuhause bauen. Die Pläne für ein neues Eishockeystadion auf dem Areal, auf dem heute Schrebergärten gepflegt werden, bestehen seit langem. In einer ersten Medienmitteilung hatten die Verantwortlichen noch angekündigt, auf die Saison 2015 die neue Halle beziehen zu wollen.

Daraus ist nichts geworden (inzwischen ist die Eröffnung für das dritte Quartal 2022 vorgesehen). Unter anderem wegen der Kulturlandinitiative liegt das Projekt auf Eis.

Doch nun haben die ZSC Lions offenbar positive Signale erhalten: «Wir arbeiten mit Hochdruck an unserem Projekt», wie Sportclub-CEO Peter Zahner gegenüber des «Tages-Anzeigers» sagte. Catharina Fingerhuth, Sprecherin beim städtischen Hochbaudepartement, bestätigte gestern, dass am geplanten Standort die Sportarena grundsätzlich wohl gebaut werden könnte: «Wir können davon ausgehen, dass die Kulturlandinitiative keinen Einfluss auf das Projekt hat.»

Blockiert, aber...

Vorderhand steht dies aber noch nicht fest: «Es hat sich nichts geändert», hält Markus Pfanner, Sprecher der kantonalen Baudirektion fest. «Es gilt immer noch die Weisung aus dem Jahr 2012, dass kantonsweit keine neuen Bauzonen geschaffen werden darf dürfen.» Das Moratorium, das die Baudirektion von Markus Kägi (SVP) erlassen hatte, gilt, bis ein rechtskräftiger Beschluss über die Umsetzungsvorlage zur Kulturlandinitiative vorliegt. Und das bedeutet: «Derzeit sind auch unverändert alle grossen Projekte – wie das Eisstadion in Altstetten – blockiert.»

Die ZSC Lions dürfen von ihrem Stadion mit dem Namen «Theatre of Dreams» natürlich dennoch träumen. Eine Genehmigung würden sie aber heute wegen des «Moratoriums» noch nicht erhalten. Fällt dieses jedoch weg, dann dürfte das Stück Land zwischen SBB-Gleisen und Autobahn für das Bauvorhaben verwendet werden dürfen, wie es bei verschiedenen städtischen und kantonalen Stellen heisst. Angesichts der Bodenqualität handle es sich kaum um Kulturland, das gemäss Initiative geschützt werden müsse.

Dennoch: Ein gewisses Restrisiko bleibt aber, ist sich auch ZSC-CEO Peter Zahner bewusst. Es sei ihm ja nicht versprochen worden, dass das Projekt am Ende realisiert werden könne. «Verschiedene Einschätzungen stimmen uns aber sehr zuversichtlich, sodass wir nun die Planung intensiv vorantreiben.» Die ZSC Lions wollen bereit sein, wenn das Areal überbaut werden kann – und nun durch Stillstand nicht weitere Zeit verlieren.

Zunächst muss nun der Kantonsrat festlegen, wie die Kulturlandinitiative umgesetzt werden soll, die 2012 angenommen wurde. Der Regierungsrat hatte eine entsprechende Vorlage erarbeitet – diese aber zur Ablehnung empfohlen. Der Kantonsrat trat dann gar nicht erst auf die Vorlage ein. Das Bundesgericht hiess in der Folge eine Beschwerde der Grünen gut. Mit ihrem Urteil vom Mai 2015 wiesen die obersten Richter den Kantonsrat an, die Initiative «formell und inhaltlich korrekt» umzusetzen. Solange er dies nicht gemacht hat, bleibt das «Moratorium» bestehen.

Das Risiko liegt andernorts

Danach wollen die ZSC Lions vorwärts machen. Bereits im September werden sie gemeinsam mit der Stadt detailliert über ihr Projekt informieren. Die Halle mit einem Fassungsvermögen von knapp 12 000 Zuschauern dürfte rund 156 Millionen Franken kosten. Stolpern dürfte das «Theatre of Dreams» nun kaum über die Kulturlandinitiative. Die Hürden liegen eher an anderen Orten: Etwa bei der Finanzierung (die Lions wollen 36 Millionen Franken selber aufbringen) oder bei der politischen Unterstützung (die Stadt sieht einen jährlichen Betriebszuschuss von zwei Millionen vor).