Im bisher noch nicht genutzten Erweiterungsgelände beim Kaen Krachan Elefantenpark sollen bald Zebras, Nashörner, Giraffen - zum ersten Mal nach über 60 Jahren - und andere Huftiere leben. Die Lewa Savanna wird mit einer Fläche von über 40'000 Quadratmetern die grösste Anlage im Zoo Zürich. Auf dieser grossflächig angelegten Savannenlandschaft werden die verschiedenen Tierarten zusammenleben.

Der genaue Kostenvoranschlag steht noch aus, bewegt sich aber im zweistelligen Millionenbereich, wie der Zoo Zürich in einer Medienmitteilung schreibt. Die Anlage soll, wie alle bisherigen Projekte für Tieranlagen, vollständig durch Spenden finanziert werden. Das Baugesuch wurde bereits eingereicht. Geplant ist, in der zweiten Hälfte 2017 mit dem Bau der Lewa Savanna zu beginnen und sie 2020 zu eröffnen.

1991 hat der Zoo Zürich einen Masterplan beschlossen, um die Tierhaltung weiter zu entwickeln und optimale und tiergerechte Haltungsbedingungen für alle Tiere zu fördern. Auch die Lewa Savanna wird im Rahmen dieses Masterplans geschaffen, um den Nashörnern, Zebras und anderen Huftieren die entsprechenden Bedingungen zu ermöglichen. 

Giraffen auf dem Schiff geschlachtet

Noch bis in die Mitte der 1950er-Jahre konnten im Zürcher Zoo Giraffen bewundert werden. Der letzte der Paarhufer starb 1956, wie Zoo-Direktor Alex Rübel auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte.

Nachwuchs war eigentlich geplant und auch bereits in Kenia bestellt. Doch noch während der Überfahrt nach Europa wurden die Tiere auf dem Schiff geschlachtet. Angeordnet hatte die Tötung das eidgenössische Veterinäramt. Dieses hatte befürchtet, dass mit den Giraffen die Maul- und Klauenseuche eingeführt werden könnte.

Die Schlachtung löste laut Rübel ein Gerichtsverfahren aus, das sich über Jahre hinzog und schliesslich zu Ungunsten des Zoos entschieden wurde. Später sei dann auf die Haltung von Giraffen verzichtet worden, weil das Gehege nicht mehr den Anforderungen entsprochen habe, sagte der Zoo-Direktor.

Lewa Savanna unterstützt Reservat in Kenia

Wie der Masoala Regenwald und der Kaeng Krachan Elefantenpark ist auch die Lewa Savanna eng an ein Naturschutzprojekt gekoppelt. Der Zoo Zürich unterstützt seit 1998 die Lewa Wildlife Conservancy in Kenia. Das Reservat im Gebiet des Mount Kenya Nationalparks gehört seit 2013 zum Unesco Weltnaturerbe.

Der Zoo Zürich hilft unter anderem bei der Finanzierung von Ausrüstung und Löhnen der Wildhüter, beim Bau von Wanderkorridoren für Wildtiere und bei Umsiedlungen von Nashörnern. Dank guten Schutzes hat Lewa im vergangenen Jahr kein einziges Nashorn an Wilderer verloren. Der Zoo Zürich wird in der Lewa Savanna über das Projekt in Kenia informieren und insbesondere die Rolle des Tourismus für den Naturschutz thematisieren. (sm/sda)