Kritik Hardturm-Projekt
Daniel Leupi: "Es wird noch Anpassungen geben" – aber die Türme werden wohl nicht kleiner

Stadtrat Daniel Leupi reagiert auf die Kritik am Hardturm-Projekt, welche vonseiten Parteien und Bevölkerung laut wurde. Vor allem die Höhe der Zwillingstürme wurde bemängelt. Laut Leupi wird es jedoch noch Anpassungen geben.

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Das Siegerprojekt "Ensemble" habe gesamthaft überzeugt, so Leupi.

Das Siegerprojekt "Ensemble" habe gesamthaft überzeugt, so Leupi.

Keystone

Im Gegensatz zum Stadionprojekt vor drei Jahren wird sich die Stadt nicht mehr finanziell am Hardturm-Projekt beteiligen, sondern stellt lediglich das Areal im Baurecht – also die Hardturm-Brache – zur Verfügung. Damit bestehe für die Stadt ein geringeres Risiko, erklärt Stadtrat Daniel Leupi im Interview mit dem "Regionaljournal Zürich Schaffhausen". Das Projekt wird privat finanziert von der Immobilienfirma HSR und Credit Suisse, die gemeinsam etwa 500 Millionen Franken investieren werden.

Das legitimiert laut Leupi auch den "hohen Preis der Türme", wie es Karin Rykart, Gemeinderätin der Grünen, bezeichnet hatte. "Die Türme sind wuchtig, aber bei einer realistischen Betrachtung hat man bereits im Vorfeld gewusst, dass ein grosses Volumen realisiert werden muss, um genügend Erträge zu erzielen", stellt Leupi klar. Diese Erträge dienen der Finanzierung des Fussballstadions. Schliesslich sei ein privater Investor nur interessiert, sofern er auch davon profitieren könne.

Hardturm Stadion
23 Bilder
Blick auf das geplante Hardturm-Stadion mit den beiden Hochhäusern.
So präsentiert sich die Visualisierung von der Pfingstweidstrasse her.
Im Stadion sollen 18'500 Zuschauer Platz haben.
Grossräumig unter der Tribüne
Daniel Leupi verkündet das Siegerprojekt "Ensemble"
Auch Gerold Lauber spricht an der Medienkonferenz über den Investorenwettbewerb.
Die Überreste des ehemaligen Fussballstadions Hardturm 2015
Hier soll das neue Stadion gebaut werden.
Bis zum 13. November 2015 war eine Eingabe für den Investorenwettbewerb auf dem Hardturmareal möglich.
Neben dem Stadion sollen auch 175 gemeinnützige Wohnungen entstehen.
Grasshoppers-Fans forderten 2014 mit Transparenten ein neues Hardturm-Stadion.
Blick auf den Fussballplatz beim Legendenspiel Grasshoppers Club Zuerich gegen Neuchatel Xamax im Hardturm Stadion 2015. Das Spiel wird von Grasshopper-Fans organisiert, um darauf aufmerksam zu machen, dass auf dem Hardturm endlich ein neues Fussballstadion gebaut werden soll.
Auch der Zirkus Royal nutzte die Brache als Standort, um seine Zelte aufzuschlagen.
Auch Fahrende nutzten die Hardturm-Brache als Unterkunft.
Auch Fahrende nutzten die Hardturm-Brache als Unterkunft.
Auch Fahrende nutzten die Hardturm-Brache als Unterkunft.
Stadtrat Daniel Leupi spricht zu 2014 zu den Medien anlässlich des Investorenwettbewerbs.
2013: Ein Plakat plädierte für ein "Ja" zum Stadion Zürich.
2013 marschierten der FCZ und GC gemeinsam für ein Ja zum neue Fussballstadion.
Die Grasshoppers gewinnen am 3. Dezember 1977 das Nationalliga A Meisterschaftsspiel im Hardturm-Stadion in Zuerich gegen Etoile Carouge mit 3 zu 2 Toren. Der Grasshopper Ruedi Elsener, Mitte, bueckt sich, um die Schussbahn fuer seinen Mitspieler Andre "Bigi" Meier, rechts, freizuhalten.
Frierende Fans im ehemaligen Stadion 1962.
Frierende Fans im ehemaligen Stadion 1962.

Hardturm Stadion

HRS REAL ESTATE AG NIGHTNURSE IMAGES GMBH

Die Kritik an den Türmen will Leupi trotzdem ernst nehmen und auch für Anpassungen seien sie offen. Schliesslich stellt sich auch die Frage, ob ein Objekt in der Höhe von 137 Metern an der Urne mehrheitswillig sein kann. Diese Hürde ist auch dem Stadtrat bewusst, dennoch sind niedrigere Türme nicht in Planung. Mit den fehlenden Stockwerken fehlt es den Investoren auch an Volumen und damit an Gewinnen. Ein privater Investor sei jedoch an einer maximalen Ausnutzung interessiert, so Leupi.

Fussballstadion hat rechte Grösse

Auch aus GC Kreisen wurden Vorwürfe laut, die allerdings nicht an die Höhe der Türme, sondern an die Grösse des Fussballstadions gerichtet waren. Das Stadion sei mit 18'500 Zuschauerplätzen zu klein, so die Kritik. Leupi verweist darauf, dass die beiden Zürcher Clubs nicht die grössten Zuschauerzahlen anziehe. "Es hat keinen Sinn, ein riesiges Stadion zu bauen, wenn nur maximal die Hälfte der Plätze gefüllt werden kann. Dann kommt auch keine Stimmung auf", meint Leupi im Interview mit dem "Regionaljournal". Man habe vorgängig mit den Clubs gesprochen und auch sie stehen hinter der Grösse des geplanten Stadions.

Als nächstes wird der Vorschlag dem Parlament unterbreitet, danach könnte eine Volksabstimmung folgen. Leupi will noch keine Prognosen für mögliche Einsprachen machen. Es sei ein schwer absehbarer Prozess, der nun Schritt für Schritt abgearbeitet werden müsse.