Herr Hodel, Sie wollen am 3. März der FDP einen Stadtratssitz in Zürich entreissen. Auf welche Wähler setzen Sie?

Daniel Hodel: Grundsätzlich wollen wir die bürgerliche Mitte abholen. Aber ich denke, dass sogar Leute, die der SVP, FDP, SP oder den Grünen nahestehen, uns wählen.

Wollen Sie es allen recht machen?

Nein. Aber durch unsere Sachpolitik jenseits des Rechts-links-Schemas sprechen wir ein breites Spektrum von Wählern an.

Die Stadt Zürich ist rot-grün dominiert. Die GLP-Kantonsratsfraktion, der Sie angehören, hat zum Teil die SVP rechts überholt. Inwiefern sind Sie in Zürich mehrheitsfähig?

Dass wir die SVP rechts überholt haben, ist eine Aussage, die so in den Medien stand. Ich sehe das anders. Es gab einfach ein Thema, bei dem die SVP nicht sparen wollte, nämlich bei der Kantonspolizei. Bei den anderen Themen haben wir sie nicht rechts überholt. Aber es ist tatsächlich so: In Sachen Finanzpolitik bin ich bürgerlich. Ich frage mich immer: Ist etwas nachhaltig finanziert? Das gilt auch für ökologische Themen.

Trotzdem: Sie sind darauf angewiesen, auch Stimmen aus dem links-grünen Lager zu bekommen. Wie wollen Sie das schaffen?

Für die Grünen gibt es keinen Grund, warum sie jemanden von der FDP wählen sollten. Wir unterstützen die Grünen in vielen politischen Geschäften. Nur, wenn es um Finanzierungsfragen geht, haben wir meistens eine andere Sichtweise. Aber die Linksgrünen sind gut bedient mit einem Grünliberalen, denn von uns bekommen sie in vielen Fragen Support, den sie bei der FDP nicht hätten.

Die Grünliberalen liessen sich Zeit mit der Kandidatenkür. Wie ernst ist es der GLP mit ihrer Kandidatur?

Sehr ernst, sonst würden wir nicht antreten. Jetzt ist die Ausgangslage optimal für die GLP: Es sind drei weitgehend unbekannte Kandidaten im Rennen. Unsere Erfolgschancen sind daher gross.

Welche Qualitäten bringen Sie für die Stadtzürcher Exekutive mit?

Als Unternehmer bringe ich Führungserfahrung und Teamgeist mit. Ich bin es gewohnt, Entscheide zu fällen und umzusetzen.

An der Nominationsversammlung vom Dienstagabend sagten Sie, dass Sie statt eines neuen Hardturmstadions lieber allen Zürchern ein Velo schenken würden. Was sind sonst Ihre Kernanliegen für die Stadt Zürich?

Das war schmunzelnd gemeint. Ich wollte damit aufzeigen, dass man 230 Millionen Franken für 400000 Menschen auch anders einsetzen könnte. Ich will, dass die Stadt gut kapitalisiert ist. Wir wollen die Volksentscheide für die 2000-Watt-Gesellschaft und die Verkehrsreduktion umsetzen. Aber es muss finanzierbar bleiben. Zu den Einzel- projekten, die ich besonders unterstütze, gehören das Rosengartentram und das Tram nach Neu-Affoltern.