Hinter den Jubiläumsveranstaltungen, die im Wesentlichen vom 5. Februar bis zum Schlusssymposium im Kaufleuten am 8. Juli dauern, steckt ein 2012 gegründeter Trägerverein. Dessen Präsident Markus Notter unterstrich am Mittwoch im Dada-Geburtshaus Cabaret Voltaire an der Spiegelgasse 1 die Bedeutung der Bewegung unter anderem mit der Ankündigung, die Post drucke zu deren Ehre eine Sonderbriefmarke.

Für das Veranstaltungsprogramm zeichnet Juri Steiner verantwortlich. Wie einst die Dadaisten, die sich in kurzer Zeit weltumspannend vernetzt hatten, hat Steiner Fäden gezogen weit über Zürich hinaus.

30 Mitspieler

An Bord geholt hat der Kurator rund 30 "Mitspieler", Institutionen in Zürich, Bern, Zug, aber auch im Tessin, in der Westschweiz und im Ausland, die das Jubiläum mit Ausstellungen, Aufführungen, Lesungen, Tagungen, einem Dokumentarfilm und einer Publikation feiern. Unter dem Namen "Dada on Tour" sind auch Städte wie New York, Hongkong oder Rio de Janeiro bereist worden.

Unterstützt wird "dada 100 Zürich 2016" finanziell von Stadt und Kanton Zürich, vom Bundesamt für Kultur und privaten Sponsoren, Ideell und organisatorisch zudem von einem vornehmen Komitee aus Kultur, Politik und Wirtschaft. Das Programm sei "rollend", betonte Juri Steiner. Begonnen habe es an vielen Orten schon 2014 und es ziehe sich hin bis zu den Zürcher Festspielen und der ab 9. Juni in Zürich stattfindenden Wanderbiennale "Manifesta 11".

Obsession Dada

Offizieller Startschuss in Zürich ist allerdings der 5. Februar, der Geburtstag der Kunstbewegung, die mit provokativen Aktionen den Bürger verblüffen wollte. An diesem Tag eröffnen das Kunsthaus und das Landesmuseum die Ausstellungen "DADAGLOBE RECONSTRUCTED" und "DADA UNIVERSAL", während das Cabaret Voltaire seine Reihe "165 Feiertage: Eine Absichtserklärung" in Gang setzt.

An 165 Tagen bis am 8. Juli widmet die ehemalige "Künstlerkneipe Voltaire" der gleichen Anzahl Dadaistinnen und Dadaisten je einen Feiertag, wie dessen Direktor Adrian Notz vor den Medien sagte.

Darunter sind natürlich die Mitbegründer des Cabarets: Tristan Tzara, Marcel Janco, Hans Arp, Sophie Taeuber Arp, Hugo Ball, Emmy Hennings und Richard Huelsenbeck. "Mit Soiréen bespielen wir das Cabaret Voltaire als legendären Geburtsort von Dada", so Notz. Ziel sei die Wiederaufführung einer Legende und das Ausleben einer Obsession - der "Obsession Dada".