Ein Koloss mit viel Glas ist am Fusse des Üetlibergs entstanden: Das neue Bettenhaus des Stadtspitals Triemli. 100 Meter lang, 35 Meter breit und 17 Stockwerke hoch ist der Bau. Ab 2016 soll er 550 Patienten in 300 Zimmern Platz bieten. Stolz präsentierte Spitaldirektor Erwin Carigiet gestern zusammen mit den Zürcher Stadträten André Odermatt (Hochbau-) und Claudia Nielsen (Gesundheits- und Umweltdepartement) den Rohbau.

«Schon heute höre ich bei Bewerbungen: Da gibts jetzt das modernste Spital, da will ich hin», sagte Carigiet – und nannte gleich einen Vorzug des Neubaus: «Kurze Wege ermöglichen besseres Schaffen.» Was macht die schöne neue Spitalwelt sonst noch aus? Die Gänge sind nicht schnurgerade, sondern leicht angewinkelt. Das Gefühl, verloren zu sein, das einen in langen Gängen bisweilen beschleicht, soll so vermieden werden.

Die Wände in den Gängen sind auf der einen Seite mit Platten aus verschieden getönten und gemusterten Holzimitaten verkleidet; auf der anderen Seite mit Sichtbeton. Durch die verglasten Treppenhäuser fällt Tageslicht in Teile der Gänge.

Die Patientenzimmer haben Fenster bis zum Boden. Davor sind über die ganze Fassadenlänge reichende schmale Balkone – allerdings nur zum Anschauen: Schutznetze vor den Balkontüren verhindern, dass die Patienten die Balkone betreten und von dort in andere Patientenzimmer blicken können. Immerhin lassen sich die Fenster öffnen, was in Minergie-Bauten nicht selbstverständlich ist. Und um einen Minergie-Bau handelt es sich: «Das neue Bettenhaus wird das erste Minergie-P-Eco-zertifizierte Spitalgebäude in der Schweiz sein», sagte Hochbau-Vorsteher Odermatt. Bei diesem Label stünden Aspekte wie Wohlbefinden und Gesundheit im Vordergrund – und natürlich die Energiebilanz. Geheizt wird mit Erdwärme. Zur Energieversorgung trägt auch eine Holzschnitzelheizung bei. Der Betrieb wird laut Odermatt fast
CO2-neutral sein.

290 Millionen Franken haben die Stimmberechtigten für das Bettenhaus bewilligt. Doch die Modernisierung des grössten von der Stadt Zürich betriebenen Spitals wird mit dem Neubau noch nicht vollendet sein – und noch deutlich mehr kosten: Von 2016 bis 2020 soll für 220 Millionen Franken das 1970 erbaute Hauptgebäude des Triemlispitals instandgesetzt werden.