Wahlen 2018
CVP setzt im Rennen um den Stadtratsitz auf die logischen Namen

Die CVP-Delegierten müssen entscheiden, ob sie mit Nicole Barandun oder Markus Hungerbühler den CVP-Sitz im Zürcher Stadtrat verteidigen wollen. Sie sieht sich als Urzürcherin, er will Brücken bauen.

Patrick Gut
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CVP-Politiker Nicole Barandun (links) und Markus Hungerbühler (rechts) wollen beide in den Zürcher Stadtrat.

CVP-Politiker Nicole Barandun (links) und Markus Hungerbühler (rechts) wollen beide in den Zürcher Stadtrat.

Zur Verfügung gestellt

Die CVP will an den Gesamterneuerungswahlen 2018 den Sitz des abtretenden Gerold Lauber im Zürcher Stadtrat verteidigen. Am 4. Juli wird die Delegiertenversammlung den Kandidaten oder die Kandidatin auf den Schild heben. Mit der Kantonalparteipräsidentin Nicole Barandun und dem Stadtparteipräsidenten Markus Hungerbühler präsentieren die Findungskommission und der Vorstand der Stadtpartei den erwarteten Zweiervorschlag. Die beiden Namen stehen im Raum, seit Lauber seinen Verzicht auf eine weitere Amtsdauer bekannt gab. Barandun wie Hungerbühler scheinen besser auf ein bürgerliches Ticket zugeschnitten als Lauber, der am linken Flügel der CVP politisiert.

Barandun politisierte 2008 bis 2011 im Kantonsrat. Die Rechtsanwältin präsidiert den Stadtzürcher Gewerbeverband. Mit ihren drei Kindern und ihrem Mann lebt Barandun in Zürich Fluntern. Einen Vorteil gegenüber ihrem innerparteilichen Mitbewerber sieht die 49-Jährige darin, dass sie schon in der Stadt Zürich aufgewachsen ist und diese «in- und auswendig kennt». Stadtparteipräsident Hungerbühler ist auch Vizepräsident der Kantonalpartei. Seit sechs Jahren politisiert der 42-Jährige für den Kreis 3 im Gemeinderat. Der studierte Historiker ist Geschäftsführer des Baumeisterverbandes Zürich/Schaffhausen. Hungerbühler lebt in einer eingetragenen Partnerschaft. Hungerbühler sieht sich als Brückenbauer über die Parteigrenzen hinweg. Dank seiner Tätigkeit im Stadtparlament sei er zudem bestens vernetzt.

Fraglich ist, ob die bürgerlichen Parteien wie bei den letzten Wahlen mit einem Fünferticket – 2 FDP, 2 SVP, 1 CVP – antreten oder nur mit vier Kandidaten. Die Variante mit 2 FDP, 1 SVP und 1 CVP wurde in den letzten Wochen ins Spiel gebracht. Man müsste die unumstrittene Stadtpräsidentin Corine Mauch nicht angreifen und die Chance der SVP auf einen Erfolg wäre grösser. Hinter vorgehaltener Hand wird gemunkelt, es bleibe beim Fünferticket.

Zürcher Stadtratswahlen 2018

Das Kandidatenkarussell

- SP (Wähleranteil 2014: 29,2%): Die SP tritt mit ihren vier bisherigen Stadträtinnen und Stadträten an. Es sind dies Corine Mauch (Stadtpräsidentin), André Odermatt, Claudia Nielsen, Raphael Golta.

- SVP (17,3%): Die SVP ist seit 1990 (Kurt Egloff) nicht mehr im Zürcher Stadtrat vertreten. Bei den letzten Gesamterneuerungswahlen scheiterte die Partei mit Nina Fehr Düsel. Für die Wahlen 2018 haben Gregor Rutz und Stadtparteipräsident Mauro Tuena abgesagt. Ins Spiel gebracht wurden die Nationalräte Alfred Heer und Hans-Ueli Vogt sowie Susanne Brunner, Vizepräsidentin der Stadtpartei. Der Entscheid dürfte an der Delegiertenversammlung vom 4. Juli fallen.

- FDP (16%): Während Filippo Leutenegger wieder antritt, verzichtet Andres Türler, der sein Amt seit 2002 innehat. In den Startlöchern stehen Nationalrätin Doris Fiala und der ehemalige Stadtparteipräsident Michael Baumer. Unklar ist, ob die FDP mit zwei oder gar drei Kandidaten antreten wird. Die Delegierten werden an der Versammlung vom 20. Juni entscheiden.

- Grüne (10,6%): Für die Grünen steigt der bisherige Daniel Leuppi erneut ins Rennen. Die Partei will ihren zweiten Sitz zurückerobern, den sie 2014 an die FDP verloren hat. Die Mitgliederversammlung vom 4. Juli hat die Wahl zwischen Nationalrat Bastien Girod und Karin Rykart, der Fraktionschefin im Gemeinderat.

- GLP (10.2%): Die Grünliberalen sind bisher nicht im Zürcher Stadtrat vertreten. An der Versammlung vom 20. Juni werden die Mitglieder Kantonsrat Andreas Hauri für die Stadtratswahlen nominieren.

AL (6.5%): Richard Wolff wurde 2014 an siebter Stelle in den Stadtrat gewählt. Er stellt sich für eine weitere Amtsdauer zur Verfügung. (pag)