Sowohl die CVP Winterthur als auch die CVP des Kantons Zürich würden sich immer weiter von einer wirtschaftsliberalen und wertkonservativ geprägten Politik entfernen, schreibt Albanese in einer Mitteilung vom Montag. Um Rechtssicherheit zu gewährleisten und den Wohlstand sichern zu können, seien Unabhängigkeit und Souveränität zudem von höchster Bedeutung.

In all diesen Punkten vertrete die Schweizerische Volkspartei (SVP) eine gradlinige Politik, schreibt Albanese und dankt der Winterthurer SVP sowie den Fraktionen im Kantonsrat und im Grossen Gemeinderat für die "herzliche Aufnahme".

Seinen Parteiwechsel begründet der Winterthurer Gemeinderat aber auch mit dem Rücktritt seines "engsten Mitkämpfers" und CVP-Fraktionspräsidenten Matthias Baumberger. Mit der neuen Konstellation könne die CVP-Fraktion im Stadtparlament ihren wirtschaftspolitischen Kurs nicht aufrechterhalten.

Der Unternehmer und Finanzleiter wurde per 5. September in der SVP Stadt Winterthur aufgenommen, wie die SVP Kanton Zürich mitteilte. Albaneses konsequentes Engagement für eine unabhängige Schweiz, einen starken Föderalismus, eine tiefe Steuerbelastung sowie gegen überbordende Regulierungen entspreche dem Parteiprogramm. Ein Parteiwechsel habe sich deshalb aufgedrängt.

Überraschte CVP

Die CVP zeigte sich am Montag überrascht vom Parteiaustritt ihres Mitglieds. Gerade in Wirtschafts- und Finanzfragen politisiere Albanese auf Parteilinie, schrieben CVP Kanton Zürich und Stadt Winterthur in einer gemeinsamen Mitteilung. Hingegen in sozialen und ökologischen Fragen habe er sich zunehmend von der Haltung der CVP entfernt.

Die CVP erwartet von ihrem ehemaligen Mitglied, dass es von seinen politischen Ämtern zurücktritt. Seine Mandate als Kantonsrat und Gemeinderat in Winterthur habe Albanese schliesslich mit den Listenstimmen der CVP-Wählerinnen und -Wähler errungen, schreibt die Partei. Auch die SVP müsse den Wählerwillen akzeptieren und deshalb auf einen Rücktritt hinwirken.

Mit dem Parteiwechsel des Winterthurers haben die drei rechtsbürgerlichen Parteien SVP, FDP und EDU mit 91 Stimmen neu eine ganz knappe Mehrheit im 180-köpfigen Zürcher Kantonsparlament.