Ständeratswahlen 2019

Coup für die FDP: SVP-Regierungsrat Ernst Stocker unterstützt Ruedi Noser

Der Zürcher Finanzdirektor Ernst Stocker (SVP) engagiert sich für Ruedi Nosers (FDP) Wiederwahl in den Ständerat.

Der Zürcher Finanzdirektor Ernst Stocker (SVP) engagiert sich für Ruedi Nosers (FDP) Wiederwahl in den Ständerat.

Im Wahlkampf schiesst SVP-Kandidat Roger Köppel aus allen Rohren gegen FDP-Ständerat Ruedi Noser. Umso bedeutender ist es für die FDP, dass SVP-Regierungsrat Ernst Stocker in Nosers Unterstützungskomitee eingetreten ist.

Der FDP Kanton Zürich ist ein kleiner Coup gelungen: Gestern Abend haben die Freisinnigen auf ihrer Website verkündet, dass sich der Zürcher Finanzdirektor Ernst Stocker im Unterstützungskomitee von FDP-Ständerat Ruedi Noser engagiert.

«Für uns ist das wichtig», sagt Urs Egger, Geschäftsführer der kantonalen FDP. Ruedi Noser sei für seine Wiederwahl in den Ständerat auf Stimmen von SVP-Wählern angewiesen. Von Stockers Engagement als Noser-Unterstützer erhoffe man sich die eine oder andere zusätzliche Stimme von SVP-Wählern.

Das gilt umso mehr, als Roger Köppel (SVP) schon seit Bekanntgabe seiner Kandidatur scharf gegen Ruedi Noser schiesst.

Noser braucht SVP-Wählerschaft

«Die SVP hat mit uns zu keinem Zeitpunkt die Zusammenarbeit gesucht. Sie bestreitet den Ständeratswahlkampf nicht nur alleine, sondern aktiv gegen uns», sagt Egger.

Dass die FDP bei der SVP-Wählschaft dringend Boden gutmachen muss, zeigt ein Blick auf die Wahlumfrage, die der «Tages-Anzeiger» letzte Woche publiziert hat. Demnach wäre Daniel Jositsch (SP) mit 63 Prozent der Stimmen im ersten Wahlgang wiedergewählt.

Ruedi Noser auf dem zweiten Platz käme aber bloss auf 41 Prozent und müsste in den zweiten Wahlgang.

Überraschungen im zweiten Wahlgang möglich

Laut Wahlumfrage gibt nur jeder vierte SVP-Wähler dem wieder antretenden FDP-Ständerat seine Stimme – im umgekehrten Fall gilt praktisch dasselbe. Demgegenüber würden sogar 43 Prozent der SP-Sympathisanten Noser wählen.

Auch wenn dieser neben Jositsch als Favorit genannt wird, wäre in einem zweiten Wahlgang eine Überraschung möglich. Allerdings nur dann, wenn sich das links-grüne Lager auf die stärkere Kandidatin einigt und Roger Köppel gleichzeitig wieder antreten würde.

Für den Zürcher Finanzdirektor Ernst Stocker ist seine Unterstützung für Noser «kaum der Rede wert», wie er sagt. Ruedi Noser habe ihn in den Regierungsratswahlen unterstützt, und nun tue er für ihn dasselbe in den Ständeratswahlen.

«Ständerat Ruedi Noser hat die letzten vier Jahre sehr gut mit der Zürcher Regierung zusammengearbeitet», nennt Stocker seinen wichtigsten Beweggrund. Dass er sich damit auf Konfrontationskurs zu seiner Partei und zum Kandidaten Köppel begeben könnte, verneint er.

Es stehe ihm frei, neben Noser auch Köppel zu unterstützen. Derzeit ist sein Name allerdings nicht auf Köppels Unterstützerliste zu finden. «Darin einen Konflikt zwischen mir und meiner Partei zu sehen, wäre konstruiert», sagt Stocker und: «Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.»

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