Coronavirus
Wer zahlt die Schnelltests vor der Reise? Diese Frage sorgt für Verwirrung bei Zürcher Apotheken

Corona-Schnelltests boomen. Aber wer bezahlt sie? Weil der Bund die Regeln immer wieder ändert, herrscht Verwirrung – auch bei den Apotheken.

Stephanie Handschin
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«Selbst Auslandreisende sowie Ferienreisende mit Versicherung in der Schweiz haben Anspruch auf ein kostenloses Testing, für welchen Zwecke auch immer.»

«Selbst Auslandreisende sowie Ferienreisende mit Versicherung in der Schweiz haben Anspruch auf ein kostenloses Testing, für welchen Zwecke auch immer.»

Archivbild: Gaetan Bally/Keystone

Zu Beginn musste man die Schnelltests noch selber bezahlen, dann hiess es, dass sie für Personen, die Symptomen zeigen gratis sind. Seit dem 15. März ist der Schnelltest nun auch für symptomfreie Personen kostenlos. Bei den vielen Anpassungen auf dem neusten Stand zu bleiben, ist gar nicht so einfach. Was für Bürgerinnen und Bürger schon kompliziert ist, sorgt offenbar auch bei einigen Apotheken in Zürich für Unklarheiten.

Die «NZZ» hat eine Umfrage bei 20 Zürcher Apotheken durchgeführt. Sie erkundigten sich dabei nach den Preisen für Schnelltests mit Prüfzertifikat für eine Reise. 17 der befragten Apotheken gaben an, dass der Test inklusive Attest bei ihnen gratis sei. Bei einer der Apotheken muss der Kunde für den administrativen Aufwand mit 10 Franken aufkommen. Bei einer weiteren fallen Kosten von 25 Franken an. Die Toppharm-Apotheke am Paradeplatz belastet ihren Kunden sogar den vollen Betrag von 79 Franken. Welcher Ansatz ist nun korrekt?

Lorenz Schmid leitet die besagte Apotheke am Paradeplatz. Die «NZZ» hat ihn auf die Problematik angesprochen. Schmid fragt darauf hin beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) nochmals nach und verkündet:

«Nach Abklärungen beim BAG scheint die Antwort klar: Selbst Auslandreisende sowie Ferienreisende mit Versicherung in der Schweiz haben Anspruch auf ein kostenloses Testing, für welchen Zwecke auch immer.»

Zudem schreibt das BAG, dass für ein Prüfzertifikat keine zusätzlichen Kosten in Rechnung gestellt werden dürfen. Die Apotheken erhalten 54 Franken pro Test vom Bund. Diese decken die Kosten für die Probenentnahme, die Durchführung der Analyse, die Auftragsabwicklung sowie die Ausstellung eines Prüfzertifikats (Testergebnis). Zusatzleistungen, wie etwa eine Beratung für Auslandreisen, dürften von den Apotheken verrechnet werden, jedoch müssen diese klar separat abgehandelt werden.