Coronavirus
Zum Boostern ins Shoppingcenter: Kanton Zürich reduziert die Frist für den Booster schrittweise und erhöht Impfkapazitäten

Vergangenen Samstag wurde die Frist für den Booster im Kanton Zürich bereits auf fünfeinhalb Monate gekürzt. Am Mittwoch ist die nächste Kürzung auf fünf Monate vorgesehen und ab 1. Januar dann auf Vier.

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339’000 Zürcherinnen und Zürcher haben bereits einen Booster erhalten. (Symbolbild)

339’000 Zürcherinnen und Zürcher haben bereits einen Booster erhalten. (Symbolbild)

Keystone

Der Kanton Zürich setzt die Verkürzung der Frist für die Boosterimpfung auf vier Monate auf den 1. Januar 2022 um. Gleichzeitig schafft er neue Impfmöglichkeiten - können derzeit täglich 16’000 Impfungen verabreicht werden, sollen es ab Januar über 23’000 sein.

Nach den in dieser Woche eröffneten Pop-up-Impfzentren in Dietikon und Meilen soll in der kommenden Woche auf dem Areal des ehemaligen Militärflugplatzes in Dübendorf ein Drive-in-Impfzentrum in Betrieb genommen werden. Weitere Zentren sind anfangs Januar in Horgen und Wetzikon geplant, im Verlaufe des Januars soll ein weiteres im Einkaufszentrum Glatt dazukommen.

Bereits heute bestehen im Kanton Zürich mit den acht Impfzentren, rund 110 Apotheken und über 500 Arztpraxen viele Impfmöglichkeiten. «Wir tun alles dafür, um den Booster so nahe wie möglich an die Einwohnerinnen und Einwohner zu bringen», hielt Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli (SVP) am Dienstagnachmittag an einer Medienorientierung fest. Das Ziel sei, die Bevölkerung möglichst rasch, effizient und sicher zu boostern.

Frist wird in weiteren Schritten verkürzt

Der Kanton Zürich hatte am vergangenen Freitag den Abstand zwischen Grundimmunisierung und Auffrischimpfung von sechs auf fünfeinhalb Monate reduziert. Ab Mittwoch, 22. Dezember, wird er die Frist auf fünf Monate und ab 1. Januar auf vier Monate senken. Die Verkürzung hatte der Bundesrat am Freitag vorangekündigt, am Dienstag folgte die Empfehlung der eidgenössischen Kommission für Impffragen.

Rickli sprach von einer grossen logistischen Herausforderung, welche diese kurzfristige Verkürzung mit sich bringe. So konnten sich alleine mit der Reduktion auf fünfeinhalb Monate am Freitag zusätzliche 180’000 Personen für eine Boosterimpfung anmelden.

Die Gesundheitsdirektion geht gemäss einer Mitteilung vom Dienstag davon aus, dass bis Anfang Februar alle Zürcherinnen und Zürcher, die ihre Grundimmunisierung vier Monate hinter sich haben und eine Auffrischimpfung wollen, ihren Booster auch erhalten haben werden - dies setzt aber auch eine gewisse Flexibilität bei der Wahl des Impfortes voraus.

Boosterimpfungen sind im Kanton Zürich nur mit Voranmeldung über das Impftooel «VacMe» möglich. Alle zur Impfung berechtigten Personen werden direkt per SMS oder Brief angeschrieben.

Ricklis Appell an Ungeimpfte

Eine Impfung schütze vor einem schweren Krankheitsverlauf, hielt Rickli fest. Sie verwies dabei auf die Zahlen: Von der Zürcher Gesamtbevölkerung sind gemäss des täglichen Lagebulletins der Gesundheitsdirektion rund 70 Prozent geimpft, bei den über 65-Jährigen sind es über 90 Prozent. Auf den Intensivpflegestationen sind demgegenüber 85 Prozent der Covid-Patienten nicht geimpft.

Es sei eigentlich unhaltbar, dass einige wenige Leute die Spitäler an den Anschlag bringen, sagte die Gesundheitsdirektorin. Sie rief die Zürcher Bevölkerung deshalb nicht nur zum Boostern auf, sondern appellierte an die Ungeimpften, einen Termin für eine Erstimpfung zu vereinbaren. Die Spitäler seien sehr stark ausgelastet, sagte Jörg Gruber, der Abteilungsleiter Versorgungsplanung. Dank den Impfungen funktioniere die Spitalversorgung aber trotz mehr positiven Coronafällen mit weniger Einschränkungen als im vergangenen Dezember.

Die Situation sei seit längerem stabil, und die Fallzahlen gehen derzeit im Kanton Zürich etwas zurück, sagte Peter Indra, Leiter des Amtes für Gesundheit. Allerdings erwartet er eine «zweigipflige Welle»: Jetzt gehe die Deltawelle zurück, doch für Mitte oder Ende Januar sei mit der Omikronwelle zu rechnen.

Wie hoch diese ausfallen wird, ist unklar. Laut Gruber werden derzeit Szenarien entwickelt, um auf den Zürcher Instensivpflegeabteilungen zusätzliche Kapazitäten zu schaffen. Das könnte das Verschieben von nicht dringlichen Eingriffen sein oder die Schaffung von adhoc-Betten mit weniger qualifiziertem Personal. (sda)

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