Zürichs Stadtpräsidentin bleibt Corine Mauch (SP), die sich deutlich gegen ihren ersten Verfolger Filippo Leutenegger (FDP) durchsetzte. Mauch schnitt auch bei den Stadtratswahlen hervorragend ab - sie erreichte das beste Resultat aller.

An zweiter Stelle liegt Finanzvorsteher Daniel Leupi (Grüne), gefolgt von den Bisherigen André Odermatt und Raphael Golta (beide SP). Danach kommt bereits Karin Rykart (Grüne), die den zweiten Sitz für ihre Partei zurückeroberte, und Sicherheitsvorsteher Richard Wolff (AL). Rot-Grün behält damit die Mehrheit in der Stadtzürcher Exekutive.

CVP verliert ihren Stadtratssitz

Der Bisherige Filippo Leutenegger (FDP) wurde an siebter Stelle gewählt - gefolgt von den Neuen Andreas Hauri (GLP) und Michael Baumer (FDP), welcher der FDP den zweiten Sitz sicherte.

Das ist der neue Zürcher Stadtrat:

Hauri sorgte damit für eine Premiere: Mit ihm zieht die GLP erstmals in die Zürcher Stadtregierung ein. Hauri ist ein Pragmatiker. Er will sich für ein progressives Zürich einsetzen. Der 51-Jährige bezeichnete sich in den Medien einst als "Ideen-Generator". Genau so präsentierte er sich im Wahlkampf mit seiner Innovationsagenda für Zürich. Er wolle die Entwicklung der Stadt aktiv und gemeinsam mit der Bevölkerung gestalten, schrieb er auf seiner Homepage und listete auch gleich acht Innovationen für Zürich auf.

Andreas Hauri im Video-Interview:

Andreas Hauri, der erste GLP-Stadtrat von Zürich. 2018

Andreas Hauri, der erste GLP-Stadtrat von Zürich. 2018

Mit Michael Baumer erhält die Zürcher Stadtregierung einen stillen Arbeiter, der lieber kompetent im Hintergrund wirkt als die grosse Bühne sucht. Der 43-jährige FDP-Politiker will sich für "mehr Stadt für Zürich" einsetzen. Zürich müsse mehr "Stadt" und weniger "Dorf" sein, schreibt Baumer auf seiner Homepage. So will er beispielsweise höher und dichter bauen, um das Wachstum der Stadt aufzufangen und den Grünraum zu schützen.

Für die CVP ist es hingegen bitter: Sie verloren ihren Sitz. Parteipräsident Markus Hungerbühler blieb chancenlos - genau so wie Susanne Brunner und Roger Bartholdi von der SVP. Damit wartet die SVP seit über 28 Jahren auf den Einzug in die Exekutive.

Für SVP-Parteipräsident Mauro Tuena war denn auch klar: "Die Wähler wollten einmal mehr nicht, dass wir Regierungsverantwortung übernehmen, sondern die Rolle der Opposition einnehmen", sagte er.

Tuena: „Die Wähler sehen die SVP lieber in der Opposition als im Stadtrat.“

Tuena: „Die Wähler sehen die SVP lieber in der Opposition als im Stadtrat.“

SVP-Präsident der Stadt Zürich Mauro Tuena sagt, dass seine Meinung über die Wählerinnen und Wähler einmal mehr bestätigt wurde.

Claude Virchaux, CVP-Wahlkampfleiter, erklärt sich die Niederlage damit, dass die Ausgangslage für eine 5-Prozent-Partei sehr schwierig gewesen sei. Das bürgerliche Ticket Top-5 habe nicht funktioniert. Nach dem überraschenden Rücktritt von SP-Stadträtin Claudia Nielsen habe sich die Ausgangslage für die CVP nochmals verschlechtert und für die GLP massiv verbessert.