Affäre Mörgeli

Christoph Mörgeli bewirbt sich als Uni-Rektor

Christoph Mörgeli bewirbt sich für das Amt des Rektors der Universität Zürich

Christoph Mörgeli bewirbt sich für das Amt des Rektors der Universität Zürich

Christoph Mörgeli bewirbt sich für das Amt des Rektors der Universität Zürich - just der gleichen Institution, die ihn erst gerade entlassen hat. Was wie ein PR-Gag klingt, meint der SVP-Nationalrat durchaus ernst, wie er im Interview sagt.

Christoph Mörgeli bewirbt sich als Rektor der Universität Zürich. Der Medizinhistoriker habe seine Bewerbung für die ausgeschriebene Stelle termingerecht eingereicht, teilte seine PR-Agentur am Donnerstagabend mit.

Mörgeli bestätigte auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda seine Ambitionen auf die Rektorenstelle. Am Freitag will er an einer Medienkonferenz seine "Motivation und seine Schwerpunkte für eine erfolgreiche Positionierung der in den Rankings absinkenden Universität und eine Stärkung des Bildungsstandorts Zürich" darlegen.

Die Stelle des Rektors war Anfang Oktober ausgeschrieben worden. Der amtierende Stelleninhaber Andreas Fischer wird aus Altersgründen nicht mehr die volle Amtsdauer von vier Jahren absolvieren. Bei seiner letzten Wahl im Januar 2011 war Fischer bereits 64 Jahre alt. Offizieller Amtsantritt für den Nachfolger oder die Nachfolgerin ist am 1. August 2014.

Mörgeli erfülle das verlangte Anforderungsprofil für die Stelle als Rektor, heisst es in der Einladung zur Medienkonferenz. Er habe alle Stufen des zürcherischen Bildungswesens durchlaufen, kenne die schweizerische Bildungspolitik sowie die Stärken und Schwächen der Universität Zürich seit über 27 Jahren von innen.

Der Zürcher SVP-Nationalrat gehört zudem der nationalrätlichen Kommission für Bildung, Wissenschaft und Kultur an.

Hängiger Rekurs

Der Medizinhistoriker war im September von der Universität Zürich als Leiter des Medizinhistorischen Museums entlassen worden. Als Gründe wurden ungenügende Leistungen und illoyales Verhalten angeführt. Mörgeli sieht sich jedoch als Opfer eines politischen Komplotts.

Gegen die Kündigung hat er Rekurs eingelegt, der noch hängig ist. Für den Fall, dass er nicht mehr an die Uni zurückkehren kann, fordert Mörgeli eine Abfindung von 156'000 Franken. Sein Anwalt verlangt zudem für seinen Mandanten eine Entschädigung in Höhe von sechs Monatslöhnen oder 46'800 Franken.

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