Der Pavillon wurde 1967 eröffnet und war bis jetzt im Besitz der Galeristin und Sammlerin Heidi Weber, die das Centre Le Corbusier initiiert hatte. Um ihr die Erstellung des Gebäudes zu ermöglichen, überliess ihr die Stadt 1964 das Bauland für 50 Jahre im Baurecht - mit der Auflage, das Haus als öffentliches Museum zu führen.

Der Baurechtsvertrag lief am Dienstag aus. Mit der Übernahme des Gebäudes zahlt die Stadt Heidi Weber die vertraglich vereinbarten 70 Prozent der Anlagekosten von rund einer Million Franken zurück, berichtet die Stadt Zürich in einer Medienmitteilung.

Laut Stadtpräsidentin Corine Mauch erhält die Stadt mit dem Centre Le Corbusier ein "kulturelles Juwel". Heidi Webers Pioniergeist sei beeindruckend, und ihr jahrelanges kulturelles Engagement sei eine "aussergewöhnliche Leistung".

Stiftung soll Museum weiterführen

Die Stadt Zürich will das unter Denkmalschutz stehende Gebäude - ganz im Sinne von Heidi Weber - "nachhaltig als öffentliches Museum sichern". Betrieben werden soll das Museum ab 2016 von einer noch zu gründenden öffentlich-rechtlichen Stiftung. Darüber befinden muss noch der Zürcher Gemeinderat.

In der Übergangszeit will die Stadt das Centre Le Corbusier während der Sommermonate jeweils von Mittwoch bis Sonntag von 12 bis 18 Uhr für die Bevölkerung und Touristen öffnen. Heidi Weber stellt der Stadt verschiedene Exponate von Le Corbusier als Leihgabe zur Verfügung.

Das letzte Gebäude von Le Corbusier

Damit bleibe der spezielle Charakter des Hauses, der Darstellung des Gesamtkunstwerkes von Le Corbusier, erhalten, schreibt die Stadt. Geführt wird das Museum im Mandatsverhältnis von Eva Wagner, einer langjährigen Mitarbeiterin der städtischen Kulturförderung. Für den Übergangsbetrieb hat der Stadtrat einmalige Ausgaben von rund einer Million Franken bewilligt.

Der am 6. Oktober 1887 in La Chaux-de-Fonds geborene Architekt, Stadtplaner, Maler, Bildhauer und Möbeldesigner Charles-Edouard Jeanneret, alias Le Corbusier, war einer der bedeutendsten Schweizer Kulturschaffenden des 20. Jahrhunderts. Das Centre im Zürcher Seefeld war das letzte und zugleich das einzige Gebäude, das er in der deutschsprachigen Schweiz realisiert hat. (sda)