In Kürze will der Stadtrat einen Objektkredit zur Sanierung des Carparkplatzes nahe des Zürcher Hauptbahnhofes vorlegen. Über Höhe und Umfang wird er voraussichtlich in der kommenden Woche entscheiden. Die Sanierung ist aus stadträtlicher Sicht angezeigt, da sich der Platz in einem höchst unbefriedigenden Zustand befinde. Deshalb soll der Platz saniert und für weitere zehn Jahre genutzt werden. Die Bauarbeiten sollen bei laufendem Busbetrieb im ersten Quartal 2018 beginnen und rund ein Jahr dauern.

Geplant sind ein geschützter Warteraum, ein Verpflegungsangebot in Form eines Kiosks, Züri-WC-Anlagen sowie eine Ticket-Verkaufsstation. Auch die Leitungen der Kanalisation, die Entsorgungsstationen für Reisecars und die Beschilderung sollen verbessert werden. Damit soll der Platz den Anforderungen eines Provisoriums gerecht werden. Dies teilt der Stadtrat in der Ablehnung der Motion mit, die die Quartierzeitung «Züri-West» aufgegriffen hat. In der Motion von Urs Helfenstein (SP) und Karin Rykart Sutter (Grüne) wurde ein Projektierungskredit für den Parkplatz gefordert.

Der Stadtrat wies parallel zur Ablehnung des Vorstosses die insgesamt zehn Motionärinnen und Motionäre aus dem rot-grünen Lager auf, diesen als Postulat einzureichen. Zweitunterzeichnerin Rykart Sutter begrüsst die Forderung: «Der Stadtrat ist bereit, verschiedene Nutzungsoptionen auf dem Areal zu prüfen.» Zudem wird in der stadträtlichen Antwort darauf verwiesen, die geforderte Ablehnung eines Kongresszentrums auf dem 7000 Quadratmeter grossen Areal zu berücksichtigen.

Nicht alle Plätze verbauen

Rykart Sutter zeigt sich zufrieden: «Mit dem Antrag eines Objektkredites für die Instandsetzung des Parkplatzes ist das Thema Kongresszentrum für die nächsten zehn Jahre vom Tisch.» Der Stadtrat geht mit den Motionären einig, dass es sich beim Areal des Carparkplatzes um einen wichtigen Standort der Stadt Zürich mit Entwicklungspotenzial handelt.

Der Platz gilt seit 1979 als einer der wichtigsten Ein- und Ausstiegsplätze für Reisende aus ganz Europa. Deckt er mit seinen 40 Parkplätzen doch über die Hälfte der Kapazitäten von Carparkplätzen der Limmatstadt ab. Zudem ist für den Stadtrat nicht zwingend, die letzten grossen innerstädtischen Areale überbauen zu lassen.

Als weiteren Grund für die Zurückweisung der Motion nennt der Stadtrat divergierende Vorstösse von Privaten sowie Parlamentariern. Damit verweist er auf das im Dezember eingereichte Konzept der Interessengemeinschaft Kongressstadt Zürich. Zusammen mit der Mobimo prüfte sie die Realisierung eines Kongresszentrums auf dem Areal. Laut Stadtrat behindert die Ausarbeitung eines Nutzungskonzeptes für den Platz die parallel geplanten Sanierungen. Zielführend wäre in dieser Angelegenheit zuerst alternative Standorte für den Parkplatz an einer angemessenen Lage zu prüfen – was Zeit brauche.