Fall «Carlos»
Carlos während 10 Tagen mit Medikamenten ruhiggestellt und festgebunden

Die Schwester des Jugendstraftäters «Carlos» hat Strafanzeige gegen drei Chefärzte der psychiatrischen Universitätsklinik Burghölzli eingereicht. Sie sollen ihren damals 16-jährigen Bruder mit Medikamenten ruhiggestellt und ans Bett gefesselt haben.

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Fall «Carlos»: Thaibox-Kurse auf Staatskosten.

Fall «Carlos»: Thaibox-Kurse auf Staatskosten.

screenshot srf

2011 wurde der in den Medien bekannt gewordene Jugendstraftäter «Carlos» in die psychiatrische Universitätsklinik Burghölzli in Zürich eingeliefert. Grund war ein Suizidversuch von «Carlos» während seines Aufenthalts im Gefängnis Limmattal. «Carlos» sass dort seine Strafe ab, weil er einen Jugendlichen mit einem Messer attackierte.

Das Personal soll völlig überfordert gewesen sein, wie die «Sonntagszeitung» berichtet, und machte mit «Carlos» kurzen Prozess. Dem Jugendlichen wurden Medikamente verabreicht, die ihn ruhig stellen sollten und gleichzeitig wurde er während zehn Tagen ans Bett festgebunden.

Als «Carlos» schwer traumatisiert im September 2011 ins Psychiatriezentrum Rheinau eingeliefert wurde, reichte seine Schwester gegen die verantwortlichen Chefärzte Strafanzeige ein.

Der Fall «Carlos» sorgte schweizweit für Aufsehen, als vor drei Monaten in einer Sendung des Schweizer Fernsehens über die 29'000 Franken teure Sonderbehandlung des jungen Mannes berichtet wurde. «Carlos», der wegen einer Messerattacke in Zürich eine Haftstrafe verbüssen musste, bewohnte eine Viereinhalbzimmer-Wohnung und erhielte privaten Thai-Box-Unterricht.

(pas)