Der unter dem Pseudonym «Carlos» landesweit bekannt gewordene Straftäter aus dem Kanton Zürich sitzt in der Justizvollzugsanstalt Pöschwies eine 18-monatige Freiheitsstrafe ab. Der 21-jährige Schweizer, der laut einem psychiatrischen Gutachten an einer schweren dissozialen Persönlichkeitsstörung leidet, war im März 2017 vom Bezirksgericht Zürich wegen versuchter schwerer Körperverletzung schuldig gesprochen worden. Er hatte am 29. März 2016 einem flüchtigen Bekannten den Kiefer gebrochen (die Limmattaler Zeitung berichtete).

Der «Fall Carlos»

Ihm drohten zweieinhalb Jahre Gefängnis, weil er im März einen Bekannten im Tram bewusstlos schlug. Trotz der Sonderbehandlung wurde er rückfällig.

Nun soll «Carlos» am Mittwochnachmittag einen Aufseher spitalreif geschlagen haben, berichtet der «Tages-Anzeiger», der sich auf eine «zuverlässige Quelle» beruft. Zu den Gründen und Umständen sei nichts Weiteres bekannt.

Der Vorfall soll offenbar kein Einzelfall gewesen sein, wird weiter berichtet. So habe der 21-Jährige bereits vor einem Monat in der Pöschwies einen pädophilen Häftling geschlagen. Rebecca de Silva, Sprecherin des Amtes für Justizvollzug, wollte die Vorfälle gegenüber dem «Tages-Anzeiger» nicht kommentieren. Die Kantonspolizei Zürich bestätigte aber einen Einsatz in der Pöschwies.

Der «Fall Carlos»

Durch einen Dokumentarfilm des Schweizer Fernsehens SRF über den Zürcher Jugendanwalt Hansueli Gürber im Jahr 2013 wurde auch das Sondersetting des damals 17-jährigen «Carlos» mit Thaiboxtraining und Unterbringung in einer grosszügigen Wohnung mit persönlicher Betreuung bekannt. Das Sondersetting verursachte Kosten in der Höhe von rund 29 000 Franken im Monat. Daraufhin brach in der Öffentlichkeit eine grosse Kontroverse über Sinn und Unsinn von teuren Sonderbehandlungen los. (lgi)

(29.6.2017)