«Carlos» wurde am Donnerstag vom Gefängnis Limmattal in das Massnahmenzentrum Uitikon überwiesen. Dagegen will er mit einem Hungerstreik protestieren. In Uitikon sitzt auch Raphael G., ein alter Bekannter von «Carlos». Raphael hat viel Verständnis für den prominenten Mithäftling.

«Seiner Familie geht es nicht gut, ihm geht es nicht gut», weiss G. und begründet dies damit, dass sich «Carlos» an die Situation in Basel gewöhnt hatte. «Jetzt wird er wieder herausgerissen. Für einen jungen Menschen ist das psychisch schon sehr belastend.»

In Basel, wo er seine Strafe wegen einer Messerattacke absass, genoss Carlos eine teure Sonderbetreuung mit Thai-Box-Unterricht und einer grosszügigen eigenen Wohnung. Die Kosten beliefen sich monatlich auf bis zu 29000 Franken. Die Enthüllung sorgte schweizweit für Empörung.

Der Hungerstreik sei «Carlos'» einzige legales Mittel, sagt sein Kumpel Raphael. «Früher hätte er einfach zugeschlagen. Das zeigt doch, welche Fortschritte er gemacht hat.

«Ein Justizopfer»

Nach Ansicht seines Vaters ist «Carlos» ein Justizopfe. Er habe sich während des Sondersettings enorm stabilisiert. «Er ist viel kontrollierter und ruhiger», sagte der Vater in einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger».

Das Massnahmenzentrum Uitikon wollte sich nicht zum angekündigten Hungerstreik äussern.