Häusler gab seinen Rücktritt an der Vorstandssitzung vom Donnerstag bekannt. Direktor Adrian Notz bestätigte auf Anfrage eine entsprechende Meldung des "Tages-Anzeigers" vom Freitag.

Hauptgrund ist der Entscheid des Stadtparlamentes vom Mittwoch, dem Cabaret Voltaire einen jährlichen Betriebsbeitrag von "nur" 100'000 Franken zu gewähren - viel weniger als die Betreiber erhofft hatten. Sie hatten im Vorfeld der Parlamentsdebatte einen Betriebsbeitrag von 250'000 Franken als absolutes Minimum bezeichnet.

Die nun genehmigte Subvention sei "zu viel zum Sterben und zu wenig zum Leben", liess sich Häusler in der Zeitung zitieren. Damit könne man nicht vernünftig als Kultureinrichtung funktionieren. Er sei enttäuscht und trete deshalb zurück. Häusler war sieben Jahre Präsident des Trägervereins.

Bisher keine Subventionen

Der Verein führte das Cabaret Voltaire bislang ohne Subventionen der öffentlichen Hand. Er musste seine finanzielle Situation vor allem mit Raumvermietungen aufbessern. Kulturelle Anlässe konnten oft nur realisiert werden, wenn sich Sponsoren dafür finden liessen.

Ohne städtische Unterstützung war das Dada-Haus aber auch bisher nicht: Die Stadt bezahlt seit 2004 die Miete für das Gebäude, das der Pensionskasse Swiss Life gehört - maximal 212'056 Franken.

«Ô falli bambla»: Passanten rezitieren in Zürich das Dada-Gedicht «Die Karawane» von Hugo Ball vor dem Cabaret Voltaire

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Umstrittener Immobilien-Tausch

Nun will die Stadt das Gebäude übernehmen. Der Stadtrat will dafür einen Liegenschaften-Tausch mit der Swiss Life eingehen. Die Stadt will das Cabaret Voltaire sowie ein Mehrfamilienhaus im Quartier Enge von der Swiss Life übernehmen - und ihr dafür ein Wohn- und Geschäftsgebäude an der Rämistrasse 39 sowie das Areal mit dem Parkhaus Hallenstrasse in Riesbach überlassen.

Gegen diesen "Liegenschaften-Kuhhandel" ergriff die AL bereits das Referendum. Nach Ansicht der AL missachtet der geplante Immobilientausch die Interessen der Mieter und treibt die Gentrifizierung des Seefeldquartiers voran.