Pensionskasse
BVK-Stiftungsrat halbiert geplante Lohnerhöhung für Chef

Der Stiftungsrat der Pensionskasse des Kantons Zürich (BVK) reduziert den ursprünglich geplanten Lohn von Geschäftsführer Thomas Schönbächler um 60'000 Franken.

Michael Rüegg
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BVK-Chef Thomas Schönbächler: «Noch zwei solche Jahre, und der Deckungsgrad von 100 Prozent wäre erreicht.» (key)

BVK-Chef Thomas Schönbächler: «Noch zwei solche Jahre, und der Deckungsgrad von 100 Prozent wäre erreicht.» (key)

Dass der Lohn von BVK-Chef Thomas Schönbächler zu reden gegeben hat, ist eine Untertreibung: Parteien von links bis rechts schrien empört auf, als bekannt wurde, dass Schönbächlers Gehalt bei der Pensionskasse des Staatspersonals von 260 000 auf 380 000 Franken ansteigen soll.

Der Stiftungsrat der auf Anfang Jahr verselbstständigten Kasse hatte die Lohnerhöhung erst verteidigt, krebste dann zurück und legte gestern eine neue Zahl auf den Tisch. Anstelle von 380 000 Franken will er seinen CEO nun mit 320 000 Franken entlöhnen.

Der Stiftungsrat schreibt, er habe sich für eine Lohnhöhe entschieden, «die im Rahmen vergleichbarer öffentlich-rechtlicher Vorsorgeeinrichtungen» liege. Eine Rechtfertigung für den ursprünglich geplanten exorbitanten Lohnanstieg liefert er gleich mit. Unter anderem als Folge des PUK-Berichts zur BVK habe der Stiftungsrat «möglichst marktgerechte Löhne» bezahlen wollen. Diese Position habe auch die Geschäftsprüfungskommission (GPK) des Kantonsrates in ihrem Bericht vom 14. November geteilt. Dort steht tatsächlich geschrieben, dass der Regierungsrat Anstellungsbedingungen von Funktionen überprüfen soll, die gegenüber der Privatwirtschaft deutlich tiefere Löhne hätten. Allerdings erwähnte die GPK dies im Zusammenhang mit dem Thema Nebenbeschäftigungen.

Für den Stiftungsrat kam der Passus wohl einer Aufforderung zur Lohnerhöhung gleich. Das war aber kaum die Absicht der GPK. Rolf Steiner, Kantonsrat und damals Mitglied der dreiköpfigen Subkommission, die den PUK-Bericht behandelte, bestätigt: «Die Löhne der BVK waren bei uns nie ein Thema.»

Öffentlich macht der Stiftungsrat auch die Bezüge seiner Mitglieder: 18 000 Franken beträgt die Jahrespauschale, hinzu kommt ein Sitzungsgeld von 600 Franken. Im vergangenen Jahr seien es durchschnittlich 27 000 Franken pro Stiftungsrat gewesen.

Pauschalen in unbekannter Höhe

Allerdings lässt sich von diesen Zahlen nicht auf die Entlöhnung des Präsidenten und der Vizepräsidentin schliessen. In seiner Medienmitteilung spricht der Stiftungsrat von «allfälligen Funktionspauschalen». Wie hoch diese im Fall des Präsidiums sind, schreibt er nicht. «Im vergangenen Jahr gab es keine Funktionszulagen», sagt Lilo Lätzsch, Vizepräsidentin des Stiftungsrates. Die Höhe der Pauschalen im laufenden Jahr wollte sie nicht bekannt geben: «Wir werden Ende Januar informieren.»

Der Stiftungsrat hat sich inzwischen auch mit dem Regierungsrat in der Lohnfrage zum Gespräch getroffen. Regierungssprecherin Susanne Sorg bestätigte ein Treffen. Der neue Lohn sei jedoch schon vor diesem Gespräch beantragt worden und habe nichts damit zu tun, betont BVK-Vizepräsidentin Lätzsch.

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