Sie hätten das Büro von Gloor gewählt, «weil sie eine der prägenden Exponentinnen der Stadtaufwertung in Zürich ist». Gloor sei massgeblich daran beteiligt, dass es durch die Aufwertung von Liegenschaften in den Kreisen 4 und 5 bald nur noch Wohnungen im Hochpreis-Segment gebe. «Die Stadtentwicklung, geprägt von Gloor, treibt Sexarbeiterinnen in die Illegalität und Abhängigkeit», heisst es in der Mitteilung. 

Für Gloor sind diese Vorwürfe nichts Neues. Die Architektin wird bereits seit Jahren kritisiert, mit ihrer Arbeit die Gentrifizierung des Langstrassen-Quartiers voranzutreiben. Sie selber wies diesen Vorwurf immer vehement von sich. Sie würde sich viele Gedanken darüber machen, wie man Wohnraum für Leute schaffen könne, die nicht so viel verdienen würden, sagte sie in einem Interview im «Tages-Anzeiger». Und gegenüber dem «Blick» sagte sie im März im Zusammenhang mit der Sanierung des ehemaligen Puffs «Irma», Luxuswohnungen für Doppelverdiener würden nicht an die Langstrasse passen.

Unterschrieben wurde das Bekennerschreiben mit der linksradikalen Parole: «VertreiberInnen vertreiben! Revolutionäre Gewalt gegen Stadtaufwertung!»

Gloor war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. (dwi)

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