4'626 statt der zulässigen 3'500 Kilogramm wog der Lieferwagen eines Chauffeurs, der Anfang 2017 in Gossau unterwegs war. Das Übergewicht wurde im Rahmen einer Polizeikontrolle festgestellt. Die Ladung Strassenkies war für das Übergewicht verantwortlich: 2'486 Kilogramm statt der erlaubten 1'360 Kilogramm. Weil der Chauffeur seine Sorgfaltspflicht missachtet hatte, wurde ihm eine Busse von 400 Franken aufgebrummt. Diese focht er bis vor Obergericht an.

Der Verteidiger des Chauffeurs argumentierte, dieser habe die zulässige Kiesmenge vom Fachmann ausrechnen lassen und entsprechend bestellt. Dadurch habe er seine Sorgfaltspflicht wahrgenommen. Er habe optisch nicht erkennen können, dass zu viel Kies aufgeladen wurde. Weder am Kiesvolumen noch am Lieferwagen selber. Und er hätte auch nicht damit rechnen müssen, zumal er bloss die bestellte Menge Kies bezahlte. Dass das Fahrverhalten des Lieferwagens einen Hinweis auf die Überlast gegeben habe, bezeichnete die Verteidigung als «unbelegte Hypothese». Das Obergericht folgt diesen Argumenten nicht und hat das Urteil der Vorinstanz bestätigt. Wäre der erfahrene Maurer aus seinem Fahrzeug ausgestiegen, und hätte er den Ladevorgang beobachtet, wäre die Überlast für ihn erkennbar gewesen. Weil er dies nicht getan habe, sei er seiner Verpflichtung nicht nachgekommen. Neben der Busse von 400 Franken muss der Maurer nun mehr als 3'000 Franken Gerichtsgebühren für die beiden Instanzen bezahlen.