Zürcher Stadtratswahlen
Bürgerliche Parteien spannen mit einem "5er-Päckli" zusammen

Der Wahlkampf um den Zürcher Stadtrat ist lanciert: CVP, FDP und SVP wollen bei den kommenden Stadtratswahlen im Jahr 2018 zusammenarbeiten. Sie denken dabei an ein "5er-Päckli", in Stein gemeisselt ist es aber noch nicht. Die Stadträte Wolff und Nielsen geraten unter Druck.

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Die aktuelle Besetzung des Stadtrats (Bild aus dem Jahr 2015)

Die aktuelle Besetzung des Stadtrats (Bild aus dem Jahr 2015)

Stadt Zürich

"Ein 5er-Päckli ist angedacht, eine Zusammenarbeit zeichnet sich ab", sagte Severin Pflüger, Präsident der FDP Stadt Zürich, am Donnerstag am Rande einer Medienkonferenz. "Entschieden ist es aber noch nicht. Es hängt von den Personalien ab." Denn die vorgeschlagenen Kandidaten - auch die Stadträte, die zur Wiederwahl antreten - müssten allen drei Parteien genehm sein.

Wie das 5er-Ticket aussehen wird, ist noch offen. Auch Namen von möglichen Kandidaten gibt die FDP noch nicht bekannt. Die Findungskommission sei an der Arbeit, sagte Pflüger.

Eigenständiger Wahlkampf

Man werde sich zwar personell und inhaltlich koordinieren, seine Partei wolle jedoch eigenständig sein, sagte der FDP-Präsident weiter. Dies betonte auch Markus Hungerbühler, Präsident CVP Stadt Zürich: "Jede Partei wird einen eigenständigen Wahlkampf betreiben".

Für die CVP ist klar, dass sie ihren Sitz verteidigen will. "Wir werden - Stand heute - mit einem Kandidaten antreten", sagte Hungerbühler. Ihr Stadtrat Gerold Lauber werde ihnen frühzeitig bekannt geben, ober er nochmals antritt. "Wenn er antritt, dann werden wir ihn unterstützen."

Bedeckt hält sie die Stadtzürcher SVP. Deren Präsident Mauro Tuena wollte das 5er-Ticket nicht bestätigen und sagte lediglich, dass Gespräche stattfinden.

"Wir wissen noch nicht, wer wieder antritt und wer nicht", sagte Tuena. Er selber stehe jedoch als Kandidat nicht zur Verfügung, betonte er gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Als Nationalrat habe er ein spannendes Amt in Bundesbern.

Angriff auf Wolff und Nielsen

Von den amtierenden Stadträten hat bisher erst Richard Wolff (AL) angekündigt, dass er wieder antreten will. Andreas Kirstein, Präsident der AL-Fraktion im Zürcher Gemeinderat, hat dies am Mittwoch gegenüber dem SRF Regionaljournal bestätigt. Die AL muss Wolffs Nomination an der Vollversammlung allerdings noch offiziell bestätigen.

Wolffs Sitz soll mit dem 5er-Ticket erobert werden. "Wir werden auf Richard Wolff spielen", bestätigte Severin Pflüger. Zudem gerät die SP unter Beschuss. "Wir werden auch die Schwächeren im SP-Lager - namentlich Claudia Nielsen - angreifen." Und falls Corine Mauch (SP) nochmals als Stadtpräsidentin antrete, werde es auch für sie nicht einfach werden.

Im neunköpfigen Zürcher Stadtrat sitzen aktuell vier Mitglieder der SP, zwei der FDP, und je ein Mitglied der AL, der Grünen und der CVP.