Landesmuseum Zürich

Bundesrat Berset lobt den Erweiterungsbau des Landesmuseums Zürich

Bundesrat Alain Berset hat am Dienstagmorgen bei der Grundsteinlegung des Landesmuseums Zürich teilgenommen. Der Erweiterungsbau sei «selbstbewusst und respektvoll». Damit feiere man ein entspanntes Verhältnis zur nationalen Identität.

«Selbstbewusst und respektvoll» sei der Erweiterungsbau des Landesmuseums in Zürich, sagte Bundesrat Alain Berset bei der Grundsteinlegung vom Dienstag. Die Schweiz feiere damit ihr entspanntes Verhältnis zur nationalen Identität.

Neben dem Innenminister nahmen als Vertreter des Kantons Zürich Regierungsrat Martin Graf und für die Stadt Stadtrat André Odermatt die Pflasterkelle in die Hand. Der Grundstein wird in die Bodenplatte des Neubaus einbetoniert.

Er werde künftig im neuen Gebäude sichtbar sein, das im Sommer 2016 eingeweiht werden soll, hiess es an der von mehreren hundert geladenen Gästen verfolgten Zeremonie. In eine Kapsel im Grundstein legte Berset als Zeitzeugnisse eine Swatch-Uhr und Zeitungen aus allen vier Landesteilen.

Der Direktor des Bundesamtes für Bauten und Logistik, Gustave E. Marchand, gab die zivile Baubotschaft ans Parlament und eine Broschüre zur Renovation hinein, Regierungsrat Graf einen persönlichen Brief, über dessen Inhalt er keine Angaben machen wollte.

Bundesrat Berset bei der Grundsteinlegung des Landesmuseums Zürich

Bundesrat Berset bei der Grundsteinlegung des Landesmuseums Zürich

Der städtische Beitrag in den Grundstein ist ein mit einem Zürcher Löwen geschmückter historischer Backstein einer Vorläufer-Firma der Zürcher Ziegeleien.

Es sei ein Zeichen aus der Vergangenheit für die Zukunft, sagte Stadtrat Odermatt. Die Architekten Christ & Gantenbein ergänzten die Dokumente für die Nachwelt mit einem 1:500-Modell des Erweiterungsbaus in massiver Bronze.

Zwar wolle man in der Regel mit Grundstein-Beigaben Botschaften für künftige Generationen hinterlassen, oft würden diese dann aber später einfach von Baggern zermalmt, gab Regierungsrat Graf zu bedenken.

Die Zeugen aus unserer Zeit könnten aber auch einfach als Glücksbringer gesehen werden.

Berset: Auch eine symbolische Erweiterung

Entstanden ist das Landesmuseum Ende des vorletzten Jahrhunderts als «mittelalterliches Märchenschloss» mitten in einer von Fortschrittsoptimimus geprägten Gründerzeit, sagte Berset.

Es sei 1898 direkt beim Hauptbahnhof, dem Zeichen der wirtschaftlichen Kraft Zürichs, erstellt worden. Mit dem Landesmuseum habe man damals Orientierung gesucht und die Anfänge der Eidgenossenschaft heraufbeschworen.

Der Neubau sei ein eigentlicher Kontrapunkt zum Gullschen Schloss, gehe aber respektvoll mit der Architektur von damals um und desavouiere sie nicht.

Er spreche für die Schweiz der Gegenwart und ein Volk, das «Lust auf Zukunft» habe. Der Annex sei nicht nur eine bauliche, sondern auch eine symbolische Erweiterung. Er sei der Ausdruck der «Modernisierung unseres Selbstverständnisses».

Eigentlich entspreche die Erweiterung den ursprünglichen Plänen von Gull, zumindest bezüglich Ort, fügte Stadtrat Odermatt an.

Das Landesmuseum befinde sich nicht nur im Herzen von Zürich, es habe auch einen festen Platz im Herzen der meisten Zürcherinnen und Zürcher.

In den letzten Jahren sei immer wieder hitzig darüber diskutiert worden, ob der Platzspitzpark bebaut werden dürfe.

Die Bevölkerung habe schliesslich an der Urne Ja gesagt dazu. Die Erweiterungsbauten bedeuteten eine Aufwertung des Areals, des Landesmuseums und der ganzen Stadt Zürich, sagte Odermatt. (sha/sda)

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