Zusammen mit einem weiteren Mann, der als Haupttäter agierte, hatte der damals 29-jährige Türke eine Pokerrunde in einem Lokal an der Langstrasse überfallen. Bereits beim Eintreten schoss der Haupttäter in die Decke und forderte alle am Tisch sitzenden Personen auf, ihre Wertsachen auszuhändigen.

Als einer der Gäste den Wortführer angriff, schoss dieser auf ihn und verletzte ihn. Auch der junge Türke schoss auf den bereits Verletzten und gab nach einem Handgemenge unkontrolliert Schüsse ab, bevor er und sein Kumpane von den Anwesenden überwältigt wurden.

Während der Haupttäter noch vor der Hauptverhandlung am Bezirksgericht Zürich im Oktober 2012 Suizid beging, wurde der junge Türke wegen mehrfacher versuchter vorsätzlicher Tötung und versuchten qualifizierten Raubes zu zwölf Jahren Freiheitsstrafe verurteilt.

Das Obergericht bestätigte dieses Urteil im August 2013. Die Staatsanwaltschaft hat dieses aber ans Bundesgericht weitergezogen. Die Lausanner Richter kommen in ihrem am Dienstag publizierten Urteil zum Schluss, dass sich der junge Türke die Tat seines Kompagnons als Mittäter anrechnen lassen muss, wie dies beim gemeinsamen Begehen einer Straftat die Regel ist.

Der Einsatz der Waffe im Rahmen eines Raubes gilt typischerweise als Mord. Der Angeklagte habe die Waffe eingesetzt, um den Widerstand der Anwesenden zu brechen - genau wie sein Mittäter.

Das Bundesgericht hat das Urteil des Obergerichts aufgehoben und den Fall zur neuen Entscheidung zurückgewiesen. (Urteil 6B_939/2013 vom 17.06.2014)