Zürich

Bundesamt entscheidet: Keine «Fantasienamen» für Haltestellen erlaubt

60000 Fahrzeuge fahren hier täglich rauf oder runter und sorgen für viel Lärm und Abgase.

Die Haltestelle Rosengartenstrasse behält ihren Namen (Archivbild).

60000 Fahrzeuge fahren hier täglich rauf oder runter und sorgen für viel Lärm und Abgase.

Die Zürcher Haltestelle Rosengartenstrasse sollte in «Provisorium» unbenannt werden, da sie genau das sei. Dies verlangten eine SP-Politikerin und ein CVPler 2005. Nun ist ein Entscheid gefallen.

Die Bushaltestelle Rosengartenstrasse, die täglich von rund 52000 Fahrzeugen passiert werde, sei nur ein Provisorium- genau wie die Hardbrücke, über die die Busse verkehren. Die Umbenennung in «Provisorium» verstehe sich deshalb als Protest gegen die vierspurige Strasse, die das Quartier zerschneide, und wecke die Neugier der Leute. Deshalb haben die SP-Gemeinderätin Franziska Graf Wüthrich und CVP-Gemeinderat Georg Schmid 2005 ein Postulat eingereicht, indem sie eine Umbenennung forderten, berichtet der «Tagesanzeiger». Diese sei vom Parlament an den Stadtrat überwiesen worden.

Nun sei der Vorstoss erledigt. Lange Zeit haben die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) und die Stadtregierung den Auftrag nicht erfüllen wollen, da sie Namen für unpassend hielten. Das Parlament hingegen habe sich geweigert, das Postulat zu begraben. Um die Sache zu Ende zu bringen, habe die VBZ einen Antrag in Bern gestellt, aus «Zürich, Rosengartenstrasse» offiziell «Zürich, Provisorium» zu machen.

Zwei Wochen später sei die Antwort Bundsamts für Verkehr eingetroffen: Die Verwendung eines Fantasienamens im Haltestellennamen sei a priori nicht genehmigungsfähig. Die Verordnung über die geografischen Namen besage, dass Stationsnamen für das Gebiet der ganzen Eidgenossenschaft eindeutig, für die Bedürfnisse des öffentlichen Verkehrs (BAV) geeignet, einfach lesbar und allgemein akzeptiert sein müssen. Eine Umbenennung sei nur zulässig, wenn der Namen im Lauf der Zeit unzutreffend oder falsch geworden sei. Dies sei aber beim Vorliegenden Antrag nicht der Fall. Die beantrage Namensänderung sehe das BAV als unnötigen Verwaltungsakt und büsse de VBZ deshalb mit 150 Franken. (fwa)

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