Flugverkehr

Bund erlaubt Flughafen Zürich den Bau von Schnellabrollwegen

Mit Schnellabrollwegen soll verhindert werden, dass Flugzeuge die Pisten für nachfolgende Maschinen blockieren.(Symbolbild)

Mit Schnellabrollwegen soll verhindert werden, dass Flugzeuge die Pisten für nachfolgende Maschinen blockieren.(Symbolbild)

Auf den Pisten 28 und 34 am Flughafen Zürich können je zwei Schnellabrollwege erstellt werden. Das Bundesamt für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) hat die Bewilligung erteilt. Gebaut wird aber noch nicht - gegen die Verfügung kann beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde eingereicht werden.

Die geplanten Schnellabrollwege sind umstritten. Das UVEK spricht in einer Medienmitteilung vom Dienstag von "zahlreich eingegangenen Einsprachen". Dabei befürchten insbesondere Bewohner östlich und südlich des Flughafens, dass mit den Anpassungen am Pistensystem die Kapazität massiv erhöht wird.

Diese Befürchtungen weist das UVEK zurück. "Durch die Schnellabrollwege wären maximal zwei Landungen pro Stunde mehr möglich." Die Gesamtkapazität werde kaum erhöht.

Der Umweltverträglichkeitsbericht beurteile die Auswirkungen auf die Fluglärmbelastung als derart gering, "dass sie nicht eigens ausgewiesen werden konnten", heisst es in der Verfügung weiter.

Das UVEK erteilte deshalb die Plangenehmigung für die insgesamt beantragten vier Schnellabrollwege.

Angesichts der noch laufenden Beschwerdefrist sowie der ausstehenden Detailplanung geht der Flughafen Zürich nicht davon aus, dass die Baumaschinen noch in diesem Jahr auffahren werden.

Eine Folge der deutschen Sperrzeiten

Der Wunsch nach diesen Schnellabrollwegen ist eine Folge der deutschen Sperrzeiten.

Denn Möglichkeiten, an verschiedenen Stellen von den Landepisten wegzufahren, bestehen zwar bei den tagsüber üblichen Nordanflügen: Entlang der Pisten 14 und 16 sind entsprechende Rollwege vorhanden.

Aber bei Landungen von Süden auf die Piste 34 sowie von Osten auf die Piste 28 fehlen diese. Diese Landungen sind am frühen Morgen sowie abends notwendig, um nicht über süddeutsches Gebiet anfliegen zu müssen. Bei den Pisten 34 und 28 gibt es weniger Möglichkeiten, vor den Pistenenden zu den Terminals abzuzweigen.

Die Flugzeuge rollen damit länger auf den Pisten und blockieren sie so für nachfolgende Maschinen. Mit Schnellabrollwegen liesse sich ein "stabilerer Betrieb" erreichen, hofft der Flughafen.

Ein erstes Gesuch wurde aufgehoben

Im September 2007 hatte das UVEK den Bau dieser Schnellabrollwege bereits einmal erlaubt.

Das Bundesgericht hob die Plangenehmigung daraufhin aber wieder auf. Es begründete dies insbesondere damit, dass der sogenannte Sachplan Infrastruktur Luftfahrt (SIL) noch nicht aktualisiert vorliegt.

Inzwischen sind im SIL-Objektblatt für den Flughafen Zürich diese Anpassungen am Pistensystem aufgenommen worden. Die "nötigen sachplanerischen Voraussetzungen" für die Schnellabrollwege sind damit geschaffen worden, hält das Uvek in seiner Verfügung fest.

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