Budget
Stadtzürcher Pflege wird entlastet: Gemeinderat schafft neue Stellen

Über 15 Millionen Franken wurden nun für zusätzliche Stellen im Pflegezentren und dem Stadtspital im Budget eingeplant. Dadurch sollen Überstunden abgebaut werden.

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15 Millionen Franken wurden für neue Pflegestellen bewilligt. (Symbolbild)

15 Millionen Franken wurden für neue Pflegestellen bewilligt. (Symbolbild)

Keystone

Im kommenden Jahr können in den Alters- und Pflegezentren sowie dem Stadtspital Zürich im Pflegebereich zusätzliche Stellen geschaffen werden. Der Gemeinderat hat dafür am Freitag im Rahmen der Budgetdebatte Mehrausgaben von insgesamt über 15 Millionen Franken bewilligt. Die zusätzlichen Stellen im Pflegebereich sollen unter anderem dazu dienen, dass das bestehende Personal seine Überstunden abbauen kann.

«Wir stellen Geld ins Budget ein, damit wir 2022 nicht nur über Verbesserungen reden können, sondern auch die nötigen Mittel für deren Umsetzung haben», sagte Walter Angst (AL). Es sei notwendig, dass das Personal seine Arbeitseinsätze gut planen könne und nicht ständig für Zusatzschichten aufgeboten werde.

Die SVP lehnte die «Stellenexplosion» ab - es handle sich um Stellen, die der Stadtrat gar nicht beantragt habe und damit nicht wolle, meinte Johann Widmer. Ernst Danner (EVP) und Sven Sobernheim (GLP) sagten beide, dass es nicht am Geld fehle, sondern an den Personen, die sich auf offene Stellen bewerben würden.

Auf ein Konzept warten

Das bestätigte Gesundheitsvorstand Andreas Hauri (GLP): Es nütze nichts, jetzt noch mehr Stellen auszuschreiben. «Da sind wir intensiv dran.» Es sei aber eine grosse Herausforderung, Leute zu finden. Hauri verwies auf das Programm «Stärkung Pflege», das die Stadt lanciert habe und mit dem die Arbeitsbedingungen im Pflegebereich nachhaltig verbessert werden sollen.

«Wir wollen die Pflegefachkräfte sofort unterstützen», hielt Alan David Sangines (SP) fest. Die Mehrheit wolle nicht warten, bis das städtische Programm im Detail vorliege. Mit Stimmenverhältnissen von über 80 Ja- zu knapp 30 Neinstimmen wurden die verschiedenen Anträge genehmigt, um mehr Stellen im Pflegebereich in den Alters- und Pflegezentren sowie im Stadtspital Zürich zu schaffen.

Mit rund 70 Ja- zu 40 Neinstimmen wurden zudem Anträge genehmigt, damit am Stadtspital auch Stationssekretariate eingerichtet werden können, die den Pflegefachkräften die bürokratischen Arbeiten abnehmen sollen, sowie Pflegeassistenzstellen geschaffen werden.

Defizit nähert sich 200 Millionen an

Das vom Stadtrat vorgelegte Budget 2022 sah ursprünglich bei einem Aufwand von 9,559 Milliarden Franken ein Defizit von 173 Millionen Franken vor. Das Minus nähert sich nach verschiedenen Anträgen des Gemeinderates der 200-Millionen-Marke an.

Der Gemeinderat hat die Beratung am Mittwoch aufgenommen, am Freitagnachmittag setzte er sie fort. Inzwischen hat er über rund 70 der 107 vorliegenden Änderungsanträge entschieden. Der Voranschlag könnte damit noch am späten Freitagabend verabschiedet werden. (sda)

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