Die vier Buben, die sich am Freitag bei einer Explosion zum Teil schwer verletzt haben, spielten mit hochgefährlichen Sprengkapseln. Sprengmeister Günter Schwarz zeigt gegenüber «Tele Züri», wie explosiv die Zündkapseln Nummer 8 sind. 

Dafür zündet er – mit einem grossen Sicherheitsabstand – eine Kapsel in einem Metalleimer. Nach einem ohrenbetäubenden Knall zeigt Schwarz die Spuren der Explosion. «Am Boden des Eimers ist der Durchschuss zu erkennen», erklärt er gegenüber dem Sender. «Untenrum ein Kranz mit vielen Splittern, die diesen dickwandigen Eimer durchschlagen haben.» Denn die Besonderheit der Kapseln ist, dass ihr Metallmantel in Tausende von Teilchen zersplittert. 

Wenn eine solche Kapsel explodiert, herrscht im Umfeld von 10 Metern absolute Lebensgefahr. Die Buben, die am Boden ein Feuer gemacht und einige Kapseln hineingeworfen hatten, konnten nicht mehr reagieren. Auch Schwarz spricht von einer «verheerenden Wirkung»: «Wenns knallt, hat man keine Chance mehr.»

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Explosion Fehraltorf: Ein Augenzeuge spricht (20. Mai 2017)

Die vier Knaben haben offenbar mit Feuer gespielt, als es zur Explosion kam. Bei zwei Kindern seien sogar Körperteile weggerissen worden.

Kapseln stammen aus den 30ern

Die vier Buben spielten in der alten, stillgelegten Streichholzfabrik. «Im Haus hats ein Gestell gehabt und dort verdeckt eine Art Holzschublade», beschreibt Ralph Hirt, Sprecher der Kapo Zürich, den Hergang. «Im Innern befand sich eine Metallbüchse, wo Sprengkapseln lagen.» Wer die Kapseln aus den 30 Jahren dort versteckt hat, ist unklar.

Auch, ob der Fall strafrechtliche Konsequenzen nach sich zieht, ist noch offen. Neben den Buben muss auch der Besitzer der Liegenschaft mit einem Verfahren rechnen.